Fausts Gretchen. Roman einer Verführung
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783203750064
Ausgabe: 1
Format: Restexemplar
ISBN: 3203750066
Label: Europa, Hamburg
Hersteller: Europa, Hamburg
Anzahl Seiten: 268
Erscheinungsdatum: 2003
Herausgeber: Europa, Hamburg
Studio: Europa, Hamburg
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Ein Roman, der mich nicht mehr loslies. Ganz ohne Kitsch und genau mit der richtigen Portion Melodramatik wird Gretchens Leben erzählt. Ich habe diesen Roman durch Zufall begonnen, als mich eine Grippe das Bett hüten ließ - trotz Krankheit habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelsen. Ein weiterer Geheimtipp der mich mehr als positiv überraschte...
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Es gehört eine Menge Mut dazu, in diesem unseren Lande einen Säulenheiligen wie J.W. Goethe zu hinterfragen. So naiv, dass sie nicht wußte, was sie mit diesem Roman riskierte, ist diese Autorin gewiß nicht. Ihre Schilderung der sozialen Verhältnisse in einer bayerischen Kleinstadt des 18.Jh. beweist eine umfassende Kenntnis der Lebensbedingungen einfacher Leute zu dieser Zeit, in der auch Goethe seine Margarete zum Opfer Fausts werden läßt. Susanne Alberti tut nichts anderes, schildert aber die Armut und das seelische Elend ihrer Romanfiguren mit minutiöser Genauigkeit in einem schonungslosen Realismus, der empfindsame Gemüter erschrecken muß.
Wenn es allerdings um das Geschehen an der Universität und am Hofe geht, überhäuft die Autorin ihren Gelehrten mit dem Spitznamen Faust ebenso mit beißendem Spott wie den Fürsten, dem er dient. In diesen Szenen wechselt sie aus dem sozialen in den phantastischen Realismus. ...
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In Goethes Faust wird Gretchens Geschichte zwar in kurzen Worten abgehandelt, dennoch haben die Figuren im Faust wesentlich mehr Charakter. Susanne Alberti zeichnet langweilige, eindimensionale Figuren, formuliert schwerfällig und platt. Vor allem mangelt es dem Buch an Emotionen. Wo ist die Liebe, wo die Verzweiflung. Das Schicksal Gretchens hat in diesem Buch nichts von der Dramatik, mit der Goethe es beschrieben hat. Die Figur des Gretchens ist zu einfach gedacht. Der Roman wirkt leider eher bemüht als gekonnt. Eine echte Enttäuschung, die einmal mehr Goethes Genie unter Beweis stellt.
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Fast glaubt man, die Uhr ist zurückgedreht und man ist plötzlich im 18. Jahrhundert gelandet. Der Verfasserin Susanne Alberti ist es hervorragend gelungen, die Vergangenheit anschaulich auferstehen zu lassen. Diese Geschichte der Verführung eines einfachen Mädchens durch einen Intellektuellen ist so anschaulich, dass ich teilweise glaubte, ich lese kein Buch sondern sehe einen Film. Man durchlebt zusammen mit Gretchen alle Höhen und Tiefen ihrer Gefühlswelt und bekommt äusserst anschaulich das Leben zur damaligen Zeit vor Augen geführt - mit all seinen Beschwernissen, der mangelnden sozialen Absicherung und auch dem fast blinden Gehorsam gegenüber der Obrigkeit.
Dieses Buch war ein Zufallskauf, aber einer der besten Buchkäufe, die ich in diesem Jahr getätigt habe. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Mein Dank gilt der Autorin für die wunderschönen Lesestunden. Und ich hoffe, bald ein weiteres Werk von ihr im Buchhandel zu entdecken.
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Vor zweihundertfünfzig Jahren wurden Mütter unehelicher Kinder aus der Stadt gejagt, und wenn sie ihr Kind töteten, öffentlich geköpft. Dieser Roman erzählt von einer solchen jungen Frau, die sich in einen älteren Mann verliebt und keinen anderen Ausweg mehr weiß, als sich ihrer Hinrichtung durch Freitod zu entziehen.
Neu ist diese Geschichte gewiß nicht, und wenn sie dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite fesselt, so wegen der Genauigkeit, mit der die Autorin das Leben einfacher Leute zur Zeit des Absolutismus schildert und wegen ihrer Stilsicherheit, die den Roman davor bewahrt, in den Fallgruben der Melodramatik zu verkommen.
Wer weiß denn heute noch, in welche Not eine Witwe mit Kindern damals geriet, wenn ihr Ernährer starb?
Wer weiß noch, wie Tagelöhnerinnen um das nackte Leben kämpften, während der Adel und die Geistlichkeit in Saus und Braus auffraßen, was sie ihren Untertanen abpressten?
Susanne Alberti erzählt von der schweren Arbeit ...
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