Jossel Rakovers Wendung zu Gott
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783257064483
Ausgabe: 2., Aufl.
ISBN: 3257064489
Label: Diogenes
Hersteller: Diogenes
Anzahl Seiten: 184
Erscheinungsdatum: 2004-09
Herausgeber: Diogenes
Studio: Diogenes
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Der Text der Geschichte war schon lange bekannt, über seinen Autor streiten heute die Literaturwissenschaftler noch immer, doch der Text übersteigt seinen Autor. Wolf Biermann schrieb darüber: Seit ich weiß, dass dieses allerletzte Gebet nicht im Sterben mit Blut geschrieben wurde, sondern von einem lebendigen Dichter mit Tinte, bewundere ich den genialen Text umso mehr, der - so kommt es mir vor - zum Besten der Weltliteratur gehört." Dieser Meinung schließe ich mich vorbehaltlos an, zumindest mit Blick auf das, was ich bisher in meinem Leben gelesen habe.
Die Geschichte, die hier vorstell wird, ist eine Art Testament, ein fiktives, wie inzwischen sicher ist, geschrieben von einem Juden kurz vor der Zerschlagung des Aufstandes 1943 im Warschauer Getto, also kurz vor seinem Tod. In seinem Testament wendet er sich an seinen Gott und fragt ihn nach dem Warum?". Er sagt: Ich glaube an den Gott Israels, auch wenn Er alles getan hat, dass ich nicht an Ihn glauben soll", eine ...
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Die Botschaft an Gott, die angeblich in einer Flaschenpost, welche man im Warschauer Ghetto gefunden hat, aufgeschrieben war, veröffentlichte der junge jüdische Journalist Zvi Kolitz ,fernab im sicheren Argentinien, in der "Jiddischen Tsaitung" von Buenos Aires. Und da man wusste, dass Insassen des Ghettos tatsächlich ihre Botschaften, ihre Gebete, ihren Zorn, ihre Verzweiflung, ihre Erlebnisse aufgeschrieben hatten, in Flaschen getan hatten, war der Mythos einer dokumentierten Kismet geboren. In Wirklichkeit hat es diesen Jossel Rakovers, den Protagonisten der Geschichte, nie gegeben. Empört wurde die Frage aufgeworfen, ob man das Grauen aufschreiben darf, wenn man es gar nicht selber erlebt hat? Es ist Literatur und darum darf man das tun. Zvi Kolitz ist der Sache nachgegangen, hat alles aufgeschrieben, was dort im Lager passiert ist. Dabei ist sein Name völlig hinter dem von Jossel Rakovers verschwunden.
Dieser Jossel Rakovers beschreibt in seinem Testament, in berührender ...
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Der Jossel Rackover begegnete mir zum ersten Mal in einem Religionsbuch. Ich war fasziniert von diesem modernen Hiob. Wer an der Frage nach der theologischen Deutung des Holocaust interessiert ist, sollte diesen Text unbedingt lesen. Es ist schön, dass er in der Ungerer-Ausgabe zu haben ist. Enttäuschend ist allerdings der Begleittext von Herausgeber Paul Badde. Wie manch ein Publizist kann er der Versuchung der Selbstgefälligkeit nicht widerstehen. Beschäftigt man sich sogar genauer mit der Geschichte dieses faszinierenden Textes, merkt man, dass sich Badde mit falschen Lorbeeren schmückt. Der Ruhm des Entdeckens und Übersetzens dieses kostbaren Textes gebührt vor allem der deutsch-jüdischen Journalistin und Schriftstellerin Anna Maria Jokl (Autorin von: Die Perlmutterfarbe. Ein Kinderroman für fast alle Leute), deren Verdienste Paul Badde zu schmälern sucht. Er geht sogar so weit, ihre ausgezeichnete Übertragung des Kolitz-Textes aus dem Jiddischen zu 75% zu übernehmen und dann als seine ...
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