Vergessene Haushaltstechniken
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783332018349
Ausgabe: N.-A.
ISBN: 3332018345
Label: Urania, Freiburg
Hersteller: Urania, Freiburg
Anzahl Seiten: 190
Erscheinungsdatum: 2005-12
Herausgeber: Urania, Freiburg
Studio: Urania, Freiburg
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Produktbeschreibung:Aus der Amazon.de-Redaktion: 1867 veröffentlichten die US-amerikanischen Schriftsteller Becher und Stowe unter dem schönen Titel
The American Women's Home ein Buch, das zum Ruhme haushaltstechnischer Fertigkeiten und ihrer profunden Kennerin, der Hausfrau, geschrieben wurde. Erklärtes Ziel der beiden Autoren war, "das Ansehen all der schwierigen Tätigkeiten zu heben, die für ein schöneres Familienleben ausgeübt werden, und damit zu erreichen, dass sie den angesehensten männlichen Berufen gleich geachtet werden".
In dieser Tradition bewegt sich auch John Seymor, der in seiner Anthologie vergessener Haushaltstechniken das universale, heute nahezu verloren gegangene Genie der Hausfrau vergangener (vor allem viktorianischer) Zeiten heraufbeschwört. Und er übt konservative Kulturkritik in einer Sprache, die schon dem Freiherrn von Knigge gut zu Gesicht gestanden hat: "Heutzutage gibt es ja alle möglichen Fertiggerichte, die kaum noch Zubereitung erfordern", schreibt Seymour voller Mitleid, "Bedauernswert erscheinen mir die armen Menschen, die sich lediglich noch mit der Flimmerkiste trösten können. Aber es gibt auch noch gemütliche Haushalte und Gott sei Dank echte Hausfrauen. Sie zu loben wurde dieses Buch geschrieben".
Ansonsten weist Seymour kundig ein in die altbewährte und heutzutage verschüttete Kunst der Haushaltsführung. Er beschreibt die artifiziellen Fertigkeiten des Kochens am offenen Feuer und der Bierbrauerei, der Milcherzeugung sowie -verarbeitung oder des Waschens mit Seifen und Laugen, illustriert Spinnen und Weben oder den alltäglichen Kampf mit dem Ungeziefer, sodass man wirklich oft sehr verblüfft ist über das, was die historische Hausfrau am Tag so zu bewältigen hatte. Und er führt allerlei antiquierte Utensilien wie Bettpfannen, Eiserzeuger oder Sturzbutterfässer ins Feld, die manchen Leser entgegen der Absicht des Autors vielleicht auch etwas froh werden lassen, dass heute alles sehr viel leichter geht. Natürlich sind nicht alle der angeführten Techniken und Instrumente tatsächlich vergessen (an die hölzerne Wäscheklammer oder die Axt wird sich mancher sicher noch erinnern), aber selbst die sind natürlich durch die fortschreitende Technik vom Aussterben bedroht.
"Reden wir über unsere Zivilisation", schreibt Seymour, "dann denken wir meist an Menschen wie Michelangelo, Shakespeare, Beethoven oder Einstein. Wir alle lobpreisen sie, die so viel zur Bereicherung unseres Lebens beigetragen haben. Aber was wären sie wohl gewesen ohne den Ausgleich eines gemütlichen Heims?" Es sei einmal dahingestellt, inwieweit Genie und Häuslichkeit immer so unbedingt einhergegangen sind (und inwieweit etwa Shakespeare zum Verfassen seiner blutigen Königsdramen tatsächlich ein gemütliches Heim gehabt haben muss): Von manch abstruser sprachlicher Formulierung abgesehen nämlich ist Seymours Band ein volkskundlich überaus interessantes Kompendium zur Archäologie der Alltagskultur geworden.
--Thomas Köster
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Wenn man ein Buch mit Abbildungen sucht, von Werkzeugen und Dingen der früheren Zeit, z. B. als Sachbuch für Kindergarten und Grundschule, kann man sich das zulegen. Wenn man aber etwas mehr möchte: Rezepte, Anleitungen, Maßeinheiten, oder ähnliches, sollte man sich lieber nicht an dieses Buch wenden. Ich war von dem Titel sehr irritiert worden, und habe es nach kritischer Durchsicht gleich wieder zurück geschickt!
Viel besser ist z.B. "ALTBEWÄHRTES NEU ENTDECKT" von das Beste. Das toppt auch auf jeden Fall das andere Buch von dem Seymour "Leben auf dem Land". Wenn man Medienkritisch ist und nicht zu blauäugig an die Sache herangeht, kann man aber auch dort mal einen Blick hinein riskieren.
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Wenn man sich in die Abbildungen und Erläuterungen Seymours vertieft, wird dem Leser augenscheinlich klar, dass sich die Arbeit im Heim und am Herd in den letzten 50 Jahren grundlegend verändert hat. Jahrhundertealte Tugenden, mit denen Geschlechterrollen definiert wurden, sind wertlos geworden. Noch gibt es viele Zeitzeugen, die über den Umgang mit alten Küchengeräten, Handwaschtechniken und den Wert von Heimtextilien berichten können. Im Rahmen meines Sachunterrichts sollten sich die Kinder in die Zeit von Omas Oma hineinversetzen. Sie brachten von Zuhause etwas ganz Altes mit - neben alten Briefmarken und Geldscheinen trugen sie meist alte Werkzeuge aus Opas Werkstatt, Verrostetes aus Omas Nähkästchen und abgenutzte Küchengeräte herbei. Seymour half mit seinen zahlreichen Illustrationen, den Dingen einen Namen zu geben und sie ihrem Verwendungszweck zuzuordnen. Einfache, kurze Texte erklären alte Traditionen und Fertigungstechniken, wenn auch die ewig kritischen Untertöne ...
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Zugegeben, der besserwisserische Ton mit erhobenen Zeigefinger von John Seymour kann in seinem "Loblied auf die Hausfrau" manchmal nervend sein. Aber das Buch gehört zu meinen Favoriten im Bücherregal - und das schon seit Jahren. Es ist nicht sehr vertiefend, aber hoch interessant und manch eine gute Idee habe ich von dort herausgesogen.
Da es durchgehend bebildert ist, empfehle ich es als Geschenk. Und ich denke, auch junge Leser können über das Leben früher gut unterrichtet werden!
Dummerweise zu 95 % auf das viktorianische England bezogen...
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Seymour gibt in diesem Buch Auskunft über verschiedene Alltagshandlungen und wie sie früher von technischem Gerät unterstützt wurden. Leider ist meistens nicht genau angegeben, in welchem Zeitraum dies erfunden und benutzt wurde - allerdings wird das vermutlich auch gar nicht so einfach zu bestimmen sein.
Das Buch enthält zu jedem Thema anschauliche Zeichnungen, und auch für das prinzipielle Verständnis von unserem heutigen Leben sind manche Dinge aufschlussreich - oder wissen Sie, wie Sauerrahm gemacht wird?
Gewürzt wird das Ganze noch mit den überaus überflüssigen und verbohrten Kommentaren des Autors, die allenfalls amüsant wirken.
Wenn man sich daran nicht stört, dann ist dieses Buch in jedem Fall lohnenswert - und ein paar Dinge kann man dann schon mal aus anderen Augen betrachten.
Wie zum Beispiel den Waschtag, an dem man Stunden an der Waschrumpel oder an einer händisch betriebenen Waschmaschine verbrachte und die Kleidung dann durch die ...
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Inhaltlich entspricht das Buch meinen Erwartungen: die zahlreichen Abbildungen sind nett und informativ, es werden auch Begriffe erklärt, die aus dem heutigen Sprachgebrauch verschwunden sind, auch die Hintergründe der Haushaltstechniken werden gut beschrieben.
Leider läßt der Autor zuviele persönliche Kommentare einfließen, die oft schwülstig und sehr subjektiv sind - das hat mir die Lektüre etwas verleidet.