Ballade vom Baikalsee: Begegnungen mit Menschen und Landschaften
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Bindung: Taschenbuch
EAN: 9783404604852
Ausgabe: 5., Aufl.
ISBN: 3404604857
Label: Lübbe
Hersteller: Lübbe
Anzahl Seiten: 421
Erscheinungsdatum: 2000-11
Herausgeber: Lübbe
Studio: Lübbe
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Durchschnittliche Bewertung:

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Bevor ich dieses Buch gelesen habe, nahm ich mir das "Russische Tagebuch" von Thomas Roth vor (ich war sehr begeistert) und war dadurch vielleicht etwas verwöhnt. Bei der "Ballade vom Baikalsee" fehlte mir z. B. eine Übersichtskarte, in der man die zurückgelegte Tour verfolgen kann. Die Beschreibungen der Landschaften wiederrum fand ich sehr gut. Trotzdem ging es mir in diesem Buch öfter so, dass ich mit den Gedanken abschweifte und an Anderes dachte, weil es teilweise langweilig war. Ebenso war keine richtige Reihenfolge erkennbar, auch nicht in welchem Jahr bzw. zu welcher Jahreszeit man unterwegs war!
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Vom Weltall aus sehen ihn Astronauten als überdimensionale Banane. Für die Sibirjaken ist er ihr "Heiliges Moor" oder "Die Perle Sibiriens" - der Baikalsee. Fast 25 Millionen Jahre alt soll der 636 Kilometer lange, bis zu 80 km breite und 1637 Meter tiefe See sein, in den über 300 Flüsse münden, den aber nur der mächtige Angara an der Südspitze verläßt. Er enthält mehr Wasser als die fünf großen nordamerikanischen Seen zusammen.
Besonders beeindruckt die zoologische und botanische Vielfalt im Baikalgebiet, in dem rund 2500 Tier-und Pflanzenarten gezählt wurden. Jedes Jahr driften seine Ost-und Westküste um zwei Zentimeter auseinander, so daß er in ferner Zukunft zum Kontinente trennender Ozean werden könnte. Ein faszinierender See, eingebettet in eine grandiose Landschaft, aber auch gefährdet durch die Eingriffe der Menschen.
Der Fernsehjournalist Klaus Bednarz, langjähriger Rußland-Korrespondent der ARD und ausgewiesener Sibirienkenner, hat ...
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Film und Buch von Klaus Bednarz sind wirklich ein journalistisches Meisterwerk, aber inzwischen stimmen viele Dinge eben nicht mehr. 6 Jahre sind für die rasante Entwicklung in Russland und auch Sibirien eine lange Zeit und das sollte man beachten, wenn man das Buch liest.
Das ist übrigends ein generelles Problem, mit Veröffentlichungen über Russland aus dieser Zeit.
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Sibirien und der Baikal scheinen, obwohl europäisch, weiter weg von uns zu sein als die Karibik oder Amerika. Tatsächlich ist eine Reise dorthin unbequemer und unvorhersehbarer als ein Flug rund um den Globus. Bednarz ist zu verdanken, dass er diese einmalige Landschaft mitsamt ihren Bewohnern und ihren Problemen zu uns gebracht hat, sowohl per Dokumentarfilm als auch per Buch.
Ein starker Eindruck von den Menschen bleibt zurück: Man hat beim Lesen fast nur Überlebenskünstler kennen gelernt. Menschen ohne Arbeit und ohne staatliche Unterstützung, Menschen, die seit Monaten trotz Arbeit keinen Lohn bekommen haben, Menschen, die ihre Familien mit ein paar Rubel ernähren müssen. Die wenigen Industriebetriebe arbeiten unrentabel mit veralteten Maschinen. Jenseits unserer Vorstellung von Umweltverschmutzung und Sicherheit gefährden sie Arbeiter und Gegend und machen beides krank. Es gibt Konzepte für eine veränderte Industrie und für sanften Tourismus, aber es ist kein Geld ...
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Das Buch ist lesenswert, weil Bednarz die Menschen rund um den Baikalsee zu Wort kommen lässt, mit all ihren Problemen und dennoch einer Portion Hoffnung, wie sie nur in Rußland erblühen kann. Ich war selbst schon oft in Sibirien und beim Lesen war mir, als reise ich ein weiteres Mal dorthin. Dieses Buch liefert einen gut verständlichen Einblick in das Leben der Leute eines Landstriches, welcher vielen weiter entfernt erscheinen mag als die meisten anderen auf der Welt. Insofern, wenn Sie schon nicht die Möglichkeit haben, diese Menschen -einfach, gastfreundlich und liebenswert - hautnah zu erleben, lesen Sie dieses Buch. Sie werden die Entfernung auch ein wenig in Zeilen überbrücken können.