Radfahren. Kleine Philosophie der Passionen
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Bindung: Taschenbuch
EAN: 9783423342896
ISBN: 3423342897
Label: Dtv
Hersteller: Dtv
Anzahl Seiten: 127
Erscheinungsdatum: 2006-04
Herausgeber: Dtv
Studio: Dtv
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Durchschnittliche Bewertung:

Bewertung:

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Radfahren als Passion, Leidenschaft; das ist es, was die, die diesem Steckenpferd frönen, zusammenschweißt. Jeder der diesen Sport im Verein, für sich oder auch für andere betreibt, kann diese von Michael Klonovsky meisterlich vorgetragenen Radfahrphilosohien nachempfinden. Wir sind alle von uns begeistert, wenn wir mit weniger Mühe den gleichen Berg hinaufkommen als tags zuvor. Wir messen uns in Gedanken immer mit der Frau in Rot und wissen doch gleichzeitig um unsere Konditionsmängel, die wir allerdings beim Fahren bewusst negieren und lieber mit hechelnder Zunge aufholen und zumindest mit unserem inneren Gegner gleichziehen. Die Gedanken über Jan Ullrich sind die Vorstellungen aller Ullrich-Fans: eine Mischung aus Bewunderung, Verehrung, Vorwürfen und auch ein klein wenig Enttäuschung. Die Frage Warum eine derartige Talentverschwendung stellt sich immer wieder. Dem Gläubigen kommt da schon das Gleichnis aus der Bibel in den Sinn und wo am Ende der Herr den erhebt, der seine ...
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Bewertung:

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Welcher passionierte Freizeitsportler freut sich nicht über die
Glorifizierung der eigenen Sportart? Wie hier auf vergleichsweise wenigen
Seiten in unterhaltsamer/amüsanter Weise das Radfahren aus den
verschiedensten Blickwinkeln durchleuchtet wird, erheitert die, die es
zelebrieren, und "Außenstehende" (die das Buch trotz vorheriger Warnung
des Autors im Vorwort lesen) bekommen vielleicht eine Ahnung
von dem, was gemeint sein könnte. Highlights sind sicher "Die Frau in Rot"
und "Ullrich oder Armstrong". Das letzte Kapitel schließlich beantwortet
die grundlegende Frage der menschlichen Existenz aus der Sicht des
Radfahrers - ohne Duldung jeglicher Zweifel. ;-)
Bewertung:

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Es bereitet einfach köstlichstes Lesevergnügen, diese milimetergenau auf den Punkt gebrachten Pointen zu goutieren! Wie der Autor den Bogen vom Radsport zur Zivilisationskritik (im neutralen Sinne) und mit einem Höllentempo dann weiter zur Philosophie spannt - das ist schon sagenhaft! Dabei bleibt seine Sprache stets am Boden und trägt einen nie aus der Kurve.
Dass dieser Klonovsky nicht nur ein höchst begabter Wortjongleur ist, sondern sich wirklich mit jeder Pore dem Radsport verschrieben hat, beweißt er spätestens beim Kapitel zur Betrachtung Armstrong vs. Ullrich: das ist Radsportexpertise auf allerhöchstem Niveau und gehört mit Abstand zum Besten, was ich im deutschen Sprachraum zu diesem Thema gelesen habe.
Dieses Buch hat ohne Frage das Zeug zum Kultbuch à la 'Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten' und sollte in jedem Haushalt, in dem ein Rennrad im Keller steht, auch ebenso im Bücherregal seinen Platz finden.
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Also dass ich in einem Sportbuch einmal ein Plädoyer für hemmungslosen Weingenuss (und Völlerei) lesen darf, versöhnt mich gleich mit dem gesamten Genre. Ähnlich schrill sind Klonovskys philosophische Einschübe; dass man in einem Fahrradbuch auf Heidegger, Kant oder Platon stößt, ist ja eher ungewöhnlich (die "Serpentinität" von Texten, ein wunderbarer Vergleich!). Sehr erhellend ist das Armstrong-Ullrich-Kapitel mit der überraschenden Pointe, und was der Autor übers Fahren selber zu erzählen weiß, haut so rein, dass ich mir jetzt wohl doch endlich mal ein vernünftiges Rennrad kaufen werde...