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Zwölf heißt 'Ich liebe dich": Der Stasi-Offizier und die Dissidentin

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Zwölf heißt 'Ich liebe dich": Der Stasi-Offizier und die Dissidentin
unser Preis: EUR 8,95
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Bindung: Taschenbuch
EAN: 9783426777497
ISBN: 3426777495
Label: Droemer/Knaur
Hersteller: Droemer/Knaur
Anzahl Seiten: 298
Erscheinungsdatum: 2004-12
Herausgeber: Droemer/Knaur
Studio: Droemer/Knaur




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Produktbeschreibung:

Aus der Amazon.de-Redaktion:
Kürzlich sahen sie sich gemeinsam die Dokumentation "11 und 12" im Fernsehen an. Ihre Geschichte und jene Art von Täter-Opfer-Film, mit denen deutsche Fernsehanstalten gerne am Jahrestag des Mauerfalls an das Unrechtsregime erinnern. Er war damals ermittelnder Beamter des MfS in der berüchtigten Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen. Sie hatte ihm dort 1981 als Beschuldigte gegenüber gesessen. Das Besondere des Films: Opfer und Täter redeten miteinander. Das wahrhaft Außergewöhnliche aber: Beide leben heute glücklich zusammen.

Was sich wie der Titel eines kolportagehaften Groschenromans ausnimmt, entpuppt sich als schier unglaubliche Lovestory aus dem Arbeiter- und Bauernstaat. So hatte sich das MfS, das Ministerium für Staatssicherheit, den Einsatz seiner Verhörexperten gewiss nicht vorgestellt. Zusehends wurde der junge Vernehmungsbeamte Uwe Karlstedt von dem hübschen Staatsfeind, der ihm gegenübersaß, fragetechnisch verunsichert. Regina Kaiser war, zusammen mit ihrem damaligen Mann und einem Freund, des Landesverrates aufgrund illegaler Westkontakte angeklagt. Ihr sozialistischer Wertewandel hatte 1976 mit der Ausbürgerung Biermanns eingesetzt. Der Wertewandel des vernehmenden Beamten Karlstedt indes geriet gerade eben ins Wanken. Kein Zweifel: Die Staatsmacht und ihr Opfer hatten sich auf den ersten Blick ineinander verliebt. Eine Liebe, die sechzehn Jahre auf Eis liegen sollte!

Fast filmisch mutet das retrospektive Hin- und Herblenden der jeweiligen Sichtweisen an. Wunderte sich Regina damals über die Zerstreutheit ihres Befragers, so erfahren wir von Uwe, dass dies durchaus ausgebuffter Stasi-Befragungstechnik entsprach, die anschließend umso erbarmungsloser zuschlug. Der Leser erhält so tiefe Einblicke in Haftalltag und innere Mechanik eines Schnüffelstaates. Ein halbes Jahr währte der Fragenmarathon, in dem Regina in ihrer Zelle den Titel gebenden, jungmädchenhaften Zahlencode ("12" stand für "Ich liebe Dich") austüftelte.

Psychologisch ergiebiger als die Geschichte der resoluten Regina, gestaltet sich das "Täterprofil", das einen fantasievollen, charakterlich aber weicheren Uwe Karlstedt in sichtlicher Erklärungsnot vorfindet. Von Zweifeln und inneren Vorwürfen förmlich zerrissen, obliegt ihm die undankbare Aufgabe, den Spagat zwischen Liebe und beamtenhafter Pflichterfüllung gegenüber dem Unrechtsstaat plausibel zu machen. Kein Wunder -- schließlich wird Regina auch aufgrund seiner gründlichen Arbeit zu drei Jahren Haft verurteilt, bevor man sie in den Westen abschob. Uwe bleibt indifferent, verdrängt seine Mitschuld am Urteil.

Sechzehn Jahre später -- der Lauf der Welt hat sich inzwischen vollständig gewandelt -- klingelt 1997 bei Uwe Karlstedt das Telefon. Erneut war sie die Stärkere, er der Aussitzende. Für beide beginnt der Eintritt in ein Leben, das viel Klärungsbedarf bereit hält. Unfreiwillige sozialistische Eheanbahnung mit Happyend vor wichtigem geschichtlichen Hintergrund. --Ravi Unger



Kunden-Rezensionen
Durchschnittliche Bewertung:  out of 5 stars

Bewertung: 5 out of 5 stars - Unspektakulär und ehrlich
Am Anfang mußte ich mich erst regelrecht in das Buch hineinlesen,
dann aber "geht alles auf".
Unspektakulär und ehrlich werden hier zwei unterschiedliche Lebensbahnen nachvollziehbar.
Ohne (nachträglich verklärendes) Pathos und ohne (aufgesetzte) Rechtfertigungsversuche
schildern beide Autoren ihr Zueinanderfinden.
Mit der Offenlegung von einigen bisher wenig bekannten Stasi-Interna wird die Menschenverachtung
und (letztendlich) Hilf- / Zukunftslosigkeit dieses Machtsystems deutlich.
Man erlebt mit, wie der Klassenkampf gegen allerpersönlichstes Empfinden "den Kürzeren zieht".



Bewertung: 5 out of 5 stars - Intelligente und seltene Selbstkritik
Ich schließe mich zum Inhalt und der Wertung depechie an. In der Tat geht es weniger um die Liebesgeschichgte, sondern um deutsche Vergangenheit und die (selbst-)kritische Beschäftigung damit. Ich sehe das Buch in einer Reiche z.B. mit Wibke Bruhns} Meines Vaters Land" oder Jens Biskys "Geboren am 13. August", die ich beide auch nur sehr empfehlen kann. Was mich bei Uwe Karlstedt so sehr beeindruckt ist seine Fähigkeit, sein Tun in der Vergangenheit schlau zu reflektieren. Beim Besuch in Hohenschönhausen habe ich mich gefragt, ob den keiner der zahlreichen Vernehmer von früher mal aus seiner Sicht die Verhältnisse geschildert hat. Nun weiß ich, dass es jedenfalls einen gibt. Erschreckend und eigentlich ein Thema für die Psycholigie ist für mich, weshalb so viel ihre Vergangenheit verklären oder gar in obskuren Organisationen Ehemaliger versuchen, sich reinzuwaschen und die Stasi als harmlos darzustellen. Hier geht es wie bei Wibke Bruhns auch um die Familiengeschichte und wie ... weiter



Bewertung: 4 out of 5 stars - Lebensgeschichten - nicht Liebesgeschichte - im Vordergrund
Die Buchbeschreibung bzw. der Klappentext hat mir den Eindruck vermittelt, dass es sich um die Darstellung einer spektakulären Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen handelt, die an den gegenüberliegenden Enden eines Systems stehen und deren Umgang mit der Situation.
Tatsächlich steht die Liebesgeschichte selbst jedoch eher im Hintergrund. Hauptsächlich handelt das Buch von der Lebensgeschichte und -einstellung der beiden betroffenen Personen und ihren Umgang mit den Verhältnissen in der ehemaligen DDR. Die Hintergründe und die daraus entstandene Motivation/Überzeugung zu dem jeweiligen Lebensweg sind jedoch nicht minder interessant als eine reine Liebesgeschichte unter den gegebenen Umständen. Insbesondere die sehr offene Darstellung von Uwe Karlstedt hinsichtlich seiner Arbeit im Ministerium für Staatssicherheit und seiner Blindheit bzw. Ignoranz gegenüber der Realität des Systems bzw. der Tatsache, dass menschenfeindliche Vorgehensweisen niemals zu einem menschenfreundlichen ... weiter



Bewertung: 5 out of 5 stars - keine hollywood lovestory, zum glück!!!!
nachdem ich die gedenkstätte des ehemaligen stasigefängnisses hohnschönhausen besucht hatte, wurde ich auf dieses buch aufmerksam. es ist meine meinung nach sehr realistisch und ehrlich geschrieben, der vernehmer, wie die dissendentin versuchen in keinster weise ihre geschichte zu überdecken und an der wahrheit zu drehen... ich bin froh dass dieses buch kein hollywoodroman geworden ist (der hintergrund hätte sicher das zeug dazu gehabt), sondern ein sehr lerreiches buch, dass uns die DDR, in deren geschichte die der protagonisten eingebunden ist, sehr realitätsnah veranschaulicht, und mir persönlich mehr einblick in diese Periode ermöglicht hat.



Bewertung: 3 out of 5 stars - Der letzte Sieg der Dissidentin
Zwölf heisst ich liebe Dich, verspricht meiner Meinung nach nicht die Ankündigung. Es geht um die Liebesgeschichte zweier Menschen die jeweils auf unterschiedlichen Seiten eines Machtapparetes stehen. Der Vernehmer ist ein weicher Mensch der sich nur hinter seinem Schreibtisch verstecken kann und dort auch seine Macht auslebt. Für mich sieht diese Beziehung wie ein letzter Sieg der Dissidentin über den "Feind" aus.




 

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