Fliegen ohne Flügel: Eine Reise zu Asiens Mysterien (Goldmanns Taschenbücher)
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Bindung: Taschenbuch
EAN: 9783442129522
ISBN: 3442129524
Label: Goldmann
Hersteller: Goldmann
Anzahl Seiten: 478
Erscheinungsdatum: 1998-03
Herausgeber: Goldmann
Studio: Goldmann
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Tiziano Terzani bekommt von einem Wahrsager die Auskunft, dass er 1993 auf keinen Fall ein Flugzeug besteigen soll, weil der sich damit in Lebensgefahr begibt. Zuerst nimmt er diese Aussage nicht ernst und außerdem glaubt er ja sowieso nicht an "sowas". Aber dann beschließt er das ganze als Experiment durchzuführen. Er bekommt das OK seines Arbeitgebers, dem Spiegel, bei dem er als Auslandskorrespondent angestellt ist. Und in diesem Jahr reist er, statt mit dem Flugzeug, mit Bus, Bahn, Auto und Schiff und entdeckt so die alte Lust am Reisen wieder und dem direkten Kontakt zu Land und Bevölkerung. Zu seinen Reisen gehört eine Fahrt von Bangkok nach Berlin durch China und die ehemalige Sowjetunion. Den Rückweg fährt er zusammen mit seiner Frau per Schiff von Italien nach Thailand. Außerdem besucht er in jedem Land, in dass er kommt den bekanntesten Wahrsager/Schamanen und stellt ihm Fragen. Im März des Jahres stürzt dann tatsächlich ein Hubschrauber ab, in dem er normalerweise ...
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Terzanis Bücher haben mir alle gut gefallen. Neben "Noch eine Runde auf dem Karussell" ist es sein bestes und es langweilt auf keiner Seite. Der Asien-Korrespondent, der sein bisheriges Leben eher rational angegangen ist, beschließt, aufgrund der Prophezeiung eines Wahrsagers, im Jahr 1993 aufs Fliegen zu verzichten. Statt dessen reist er zu Lande und zu Wasser und damit entschleunigt durch Asien. Durch die Langsamkeit öffnet er sich für die Wahrnehmung der subtileren, im Verborgenen wirkenden Phänomene. An jedem Ort seiner Reisen besucht er den berühmtesten Wahrsager. Nicht alles, was er dort erfährt, trifft zu, doch es öffnet ihm den Zugang zu einem Teil von sich selbst, dem er bis dahin wenig Beachtung geschenkt hat. Neben dieser Ebene ist das Buch auch ein interessanter Reisebericht aus dem Asien der 90er Jahre - einer Zeit, in der die Verwestlichung mit großen Schritten voranschreitet und die Menschen ihrer Seele beraubt.
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"Großartiges Buch für alle Asien-Fans", so der Titel einer der Rezensionen - für den Asien-Reisenden allerdings, zumal wenn es sich dabei um den durchschnittlichen Normalsterblichen handelt, nur eingeschränkt. Dazu müsste man schon, wie es T. Terzani in seinem Buch durchscheinen läßt, mit hochkarätigen Kontakten vor Ort, einflussreichen Sponsoren im Hintergrund sowie einem zwanghaften Faible für Wahrsagerei aller Art gesegnet sein. Unsere letzte S.-O.-Asienreise zu ungefähr derselben Zeit (9ziger)- mangels Masse selbstverständlich auf dem Landweg - förderte teilweise, v.a. in Vietnam, gänzlich andere Ansichten wie die des Autors zutage, was sicherlich im Wesentlichen daran lag, dass wir uns weniger in erlauchten Kreisen (der Asienprofis) als eher in der Masse der Durchschnittsbevölkerung bewegten. Soviel für all Jene, die Terzanis Buch als "Einstiegsdroge" für einen geplanten Asienaufenthalt nutzen wollen. Trotz manch bitterem Beigeschmack bei der Lektüre des Buches war ...
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Tiziano Terzani, ein Ex-Spiegel-Mitarbeiter, schildert in seinem Buch unter dem Titel "Fliegen ohne Flügel" seine Erfahrungen im Jahre 1993. Er meidet wegen einer Wahrsagung für ein Jahr jeglichen Flug und erlebt Asien auf eine ungewöhnliche Weise. Einige seiner Erlebnisse schreibt er auf dem Niveau eines Enzensberger - beileibe nicht mit der flotten "Spiegel-Diktion" sondern überlegt, meist kritisch, aber in der Seele an Asien hängend. Der gebürtige Italiener Terzani lebte viele Jahre seines Lebens in Asien und weiß - im Gegensatz zu den heutigen "TV-Journalisten", die mal eben bar jeder Sachkunde ein paar unreflektierte Sprüche in die Kamera schwätzen - wovon er berichtet.
Seine regimekritische Anekdote einer Überlandreise nach Kentung in Burma mag als Beispiel für diese Darstellungsweise gelten. Es gibt wenige Bücher, die nach Ende des Vietnamkrieges geschrieben wurden, die so eindringlich und wahrhaftig Asien schildern. Ein Buch das ich mit Genuß gelesen habe.
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Kritisch und doch mit großer Zuneigung für Asien, das ist Terzanis Grundtenor. Das Buch ist sehr informativ und gleichzeitig sehr persönlich. Spätestens seine Beschreibung Singapurs hat mich gänzlich überzeugt. Als Asienfan bin ich dankbar, auf dieses Buch gestoßen zu sein.
Eine Schwäche hat das Buch allerdings doch; zeitweilig ging mir das Lamento über den vermeintlichen Fortschritt und die untergehende Kultur Asiens auf den Geist. Gemessen an den Vorzügen des Buches ist diese Schwäche jedoch nicht sonderlich gewichtig.