Berlin - Moskau: Eine Reise zu Fuß
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Bindung: Taschenbuch
EAN: 9783499236778
Ausgabe: 6
ISBN: 349923677X
Label: Rowohlt Tb.
Hersteller: Rowohlt Tb.
Anzahl Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 2004-07
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Studio: Rowohlt Tb.
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Produktbeschreibung:Aus der Amazon.de-Redaktion: Ein Hemd, eine Hose, ein Paar Socken, Regen- und Fleecejacke, Rasierzeug, Karten und ein Schlafsack. Mehr ist es nicht, was Wolfgang Büscher auf seinem 82-tägigen Fußmarsch von Berlin nach Moskau in seinem Rucksack trägt -- und natürlich jede Menge Notizhefte, auf die er all die dramatischen und skurrilen Erfahrungen mit dem "wilden Osten" und seinen Bewohnern niederschreibt.
Das Buch ist natürlich kein gewöhnlicher Reiseführer. Keine einzige Landkarte findet sich hier, nicht einmal ein bescheidener Übersichtsplan über die 2.500 zurückgelegten Kilometer. Auch auf Bilder wurde komplett verzichtet. Es zählt nur das Wort. Und das ist wahrlich die Stärke von Büscher, der normalerweise das Ressort Reportagen bei der
Welt leitet und 2002 mit dem angesehenen Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet wurde.
Dass er diesen Preis zu Recht verliehen bekam, beweist er in
Berlin-Moskau mit einem äußerst anregenden und feinfühligen Sprachstil, der selbst kriegerischen Grausamkeiten poetische Tupfer verpasst.
Der Spiegel jedenfalls zeigt sich begeistert: "Die Niederschrift seiner Reiseerfahrungen gehört zum Besten, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist", meldet das Nachrichtenmagazin!
Diese Begeisterung liegt auch daran, dass die Mauer der Unwissenheit immer noch nicht abgerissen ist: Zu wenig ist gemeinhin über Polen, Weißrussland und Russland bekannt -- und auch deshalb verfolgt man so gespannt, wie Büscher die fremden Orte und Menschen erkundet: Schmugglerinnen lernt man kennen, mit denen er die weißrussische Grenze überquert, einen sibirischen Yogi oder einen Russen, mit dem er in die verbotene Zone von Tschernobyl fährt.
Bei seinem Trip begegnet der Autor auch den Geistern der Vergangenheit. Schließlich beschreitet er fast exakt dieselbe Route, die sowohl Napoleon als auch Hitlers Heeresgruppe Mitte eingeschlagen hatten. Auch sein Großvater, den Büscher nie sah, musste im Zweiten Weltkrieg hier entlang marschiert sein. Und so bekommt der Reisebericht mitunter eine sehr persönliche und emotionale Note, wenn sich der Autor vorstellt, "gerade über ihn zu gehen, ohne dass er es merkt. Einfach durch ihn hindurchzugehen wie der Wind". Ein ungewöhnlicher Bestseller!
--Christian Haas
Durchschnittliche Bewertung:

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Büschers 82-tägiger Fußmarsch von Berlin nach Moskau im Sommer 2001 ist zu einem Bestseller geworden und das mit Recht. Das liegt unter anderem daran, dass er jenen Weg wählte, den schon Napoleon und Hitlers Heeresgruppe Mitte gegangen waren, um ihr Glück im fernen Osten zu suchen. Dadurch erhält dieser Bericht ohne Zweifel eine ganz persönliche Note, da schon seine Väter und Vorväter in solch welthistorischen Zeiten auf diesem Weg unterwegs waren.
Wolfgang Büscher findet aber darüberhinaus seinen ganz eigenen Zugang zu den in diesen Landschaften und Gegenden lebenden Menschen, in einer Landschaft, die uns mehr oder weniger fremd, eine allmähliche Neuentdeckung per pedes ist, durch die man mit ihnen ganz anders in Kontakt kommen kann.
Büschers Bericht wurde damit für mich zu einer Entdeckungsreise, die an Sonderbarkeiten in kultureller wie persönlicher Hinsicht hoch spannend, durch nichts zu überbieten ist. Sie ist eine Begegnung mit Menschen, ...
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Irgendwann, unterwegs, fragt ein Pole den Autor, warum er sich das antue. Ob er Buße tun müsse? Dabei grinst er, verschmitzt vielleicht, oder spöttisch. Natürlich ist das ein naheliegender Gedanke: Diesen Fußweg geht nur einer, der Buße tut oder wenigstens nach etwas sucht. Es drängt sich die Parallele zu Hape Kerkelings Fußmarsch-Buch auf (Ich bin dann mal weg), aber beide Bücher sind nicht zu vergleichen. Schon allein deshalb, weil Büscher schreiben kann. Bisweilen wird es zwar etwas arg manieristisch (Ich bestellte ein Wasser, das trank ich aus), aber insgesamt ist es doch recht angenehm, jemandem auf dem weiten Weg zu folgen, der mit der Sprache umgehen kann.
Viele Rezensenten haben das Buch in höchste Ebenen gehoben (besser als Chatwin, etc.) - das ist vielleicht etwas übertrieben, aber als moderner Reisebericht in deutscher Sprache sucht Berlin - Moskau seinesgleichen. Einfühlsam, ruhig, mit viel Zeit erzählt. Große Momente gibt es (wenn der Autor die kleinen ...
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Es ist kein Pilgerweg nach Campostella, kein Weg religöser Erwartungen, sondern er führt zunächst durch die Fata Morgana kriegerischer Auseinandersetzungen in den Grenzgebieten zwischen Oder und Weichsel. Wenn man die Schrecken durch das "Rote Luch" hinter sich hat, wird das Buch eine Gegenwartserzählung von West nach Ost von literarisch hohem Niveau: Polen in Aufbruchstimmung als EU-Mitglied mit Baumärkten, McDonaldsstationen und Supermärkten, Weissrussland in Lethargie, Armut und politischer Verlorenheit. Russland selbst ein Zwitter zwischen Tolstoi und Gagarin, Tschechow und Gasprom.
Wolfgang Büscher beginnt seine Wanderung in Frühling und erreicht Moskau im Schnee.
Eine lange Weg=Erzählstrecke, spannnd und informativ.
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Es gibt Extremsportarten, denen unterziehen sich Sportler nur, weil sie das Scheitern herausfordern wollen. Diese sind zeitlich begrenzt und erfordern ein knallhartes Training. Von Berlin nach Moskau zu wandern, so was kann einem nur plötzlich einfallen und auch nur, wenn man keinerlei Ahnung hat, worauf man sich da einläßt, und damit rechnen muß, womöglich nicht anzukommen. Wolfgang Büscher läßt uns von Anfang diesen Wahnsinn, diese Naivität spüren. Sein Training bestand darin, sein Leben lang neugierig gewesen zu sein. Eine der Grundvoraussetzung sich als Journalist sein tägliches Brot zu verdienen. Berlin-Moskau ist ein spannendes Buch, daß keines vorher festgelegten Aufbaus bedarf, da seine Erlebnisse sich automatisch wie eine Kette aneinanderreihen, seine Eindrücke authentisch sind und in Büscher einen Autor gefunden hat, der nicht langatmig beschreibt, sondern einen klaren Umriß für Menschen findet, die ihm begegnen, und in Landschaften hineinfällt, die aus einem Wagen, ...
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Während der Lektüre dieses Buches habe ich versucht, ein Bild von Wolfgang Büscher zu finden. Ich habe mich gefragt, wie jemand aussieht, der solch einen Dreimonats-Marathon plant, durchzieht und verkraftet. Er beschreibt mit wachem Auge und großer Unvoreingenommenheit, ein wenig melancholisch, was gut zum Osten passt. Das Foto dann: mittleres Alter, etwas grobe Züge, lebhafte Augen. Man kann sich diesen Mann gut vorstellen als Landstreicher.
Was ist nötig, um auf einer Reise herausragende Erlebnisse zu haben ? Reise allein, belaste dich nicht mit zuviel Gepäck, respektiere die Menschen, die du triffst, nimm alle Unbequemlichkeiten in Kauf. Besonders der völlige Verzicht auf alle Behaglichkeiten hat mich beeindruckt: zwei Hemden, zwei Hosen, ein Hut, außerdem Bier, Wasser und Schokolode bringen Büscher bis nach Moskau. Ganz wunderbar unvoreingenommen sieht Büscher die Städte und Menschen. Er beschreibt statt zu urteilen. In der Welt von rastlosem Internet-Tempo und der ...
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