Das Glasperlenspiel. Sonderausgabe: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783518413357
Ausgabe: 7., Aufl.
ISBN: 351841335X
Label: Suhrkamp
Hersteller: Suhrkamp
Anzahl Seiten: 576
Erscheinungsdatum: Oktober 08, 2007
Herausgeber: Suhrkamp
Studio: Suhrkamp
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Produktbeschreibung:Aus der Amazon.de-Redaktion: Drei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk
Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte.
Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im
Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich.
Leider wirkt Hesses
Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte
Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor.
--Thomas Köster
Audiobook-Rezensionen:Hermann Hesses Alterswerk Das Glasperlenspiel erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann Das Glasperlenspiel wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden.
Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander - jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden.
Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 3 MC. Auch als CD erhältlich.
-- culture.text
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Ich bin an sich schon ein großer Bewunderer Hesses, aber was er mit dem "Glasperlenspiel" geschaffen hat, ist einzigartig.
Er beschreibt eine fiktive Zukunft, die trotz allen Geistes leer ist. Die Gelehrten schotten sich von der Gesellschaft ab und messen sich an erlerntem, aber althergebrachten Wissen, anstatt neues zu schaffen. Sie sind dekadent geworden und stagnieren.
Der Werdegang des Protagonisten Josef Knecht ist hier nur all zu verständlich und auch bei mehrmaliger Lektüre interessant und schön zu lesen.
Er versteht, dass das alleinige aneignen und anwenden von bestehendem Wissen eine Sackgasse ist und dass Althergebrachtes stets neuem weichen muss.
Mehr als in anderen Werken plädiert Hesse auf Erfüllung und Teilnahme am Leben, auf die Erfahrung auch im Tun und nicht rein im denken.
"Das Glasperlenspiel" ist für mich immer wieder eine immens starke Erfahrung und ein kleiner Stein des Anstoßes, ein Roman der mich stets ...
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Bei Hermann Hesses »Das Glasperlenspiel« handelt es sich um das letzte große Werk des großen Schriftstellers, an welchem er 11 mühevollen Jahren lang arbeitete. Viele persönliche Höhen und Tiefen mussten durchschritten, allerhand ausprobiert und manche Erkenntnis vertieft werden, bis Hesse die Reife und Weisheit erreicht hatte, dieses Werk zu vervollständigen.
In »Das Glasperlenspiel« führt Hesse den Leser in den utopischen Staat Kastalien, einem utopischen Paradies der Geisteswissenschaften. Die Handlung spielt nach einer Zeit, die eng mit unsern 20. Jahrhundert verwand zu sein scheint. Erzählt wird die Geschichte Josef Knechts in Kastalien, welcher sich zum Meister des Glasperlenspiels aufschwingt, jenem Sinnbild aller kreativen, kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften der Menschheit.
Das Werk umfasst des weiteren einige der schönsten und bekanntesten Gedichte Hesses (»Stufen«), sowie drei fiktive Lebensläufe Josef Knechts aus »dessen ...
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Ich liebe Hermman Hesse, ich liebe Hörspiele und habe mich daher sehr auf die Inszenierung des Glasperlenspiels gefreut (nicht zuletzt, da Ullrich Matthes darin als Sprecher mitwirkt). Leider ist es mir unmöglich, dem Geschehen auch nur 10 Minuten zu folgen, da nahezu das gesamte Hörspiel von unerträglichem, asynchronem Klaviergeklimper durchzogen ist (was ungefähr so klingt, als würde ein 3-jähriges Kind das erste Mal ein Klavier benutzen). Spätestens nach 8 Minuten bin ich dazu geneigt, mein Abspielgerät vom Balkon zu werfen, da dieses nervtötende Gedudel besonders vor dem Einschlafen kaum zu ertragen ist. Wirklich schade, denn was man hinter dem expressionistischen Gedudel vom Hörspiel mitbekommt, ist wirklich gut. Wer starke Nerven und einen gesunden Ruhepuls hat, kann sich diese Inszenierung zumuten, ansonsten würde ich ernsthaft davon abraten!
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Mit diesem Meisterwerk gelang Hesse endlich der Durchbruch zu großer unanfechtbarer Kunst, keine Schlacken beschweren mehr durchgeformten Stil und überlegene Disposition, selbst die vordem so schwül wabernden sexuellen Nebel schlugen sich kondensierend nieder.
Dennoch haftet dem Inhalt ein 'Erdenrest, zu tragen peinlich' an: Wer ermöglicht aus welchen Gründen und Interessen dieses seltsam ortlose Kastalien, weshalb diese eigenartige und unerwartete Beziehung zu einem katholischen Mönchsorden, der ja doch letztlich einem Denkverbot unterliegt und überdies undurchsichtigen kirchenpolitischen Zielen dient, - ganz anders als Jüngers mannhafte Klosterbrüder?
Weshalb ungeachtet persönlicher Förderung die streng ordensmäßige, fast asketische Disziplin und Zucht eines männerbündischen Internatsbetriebs? Weshalb das von oben auferlegte beengende Regelwerk des Glasperlenspieles, wo doch schon Beethoven den Künstler als autonom erklärte? Weshalb erscheint Th. Mann als sein ...
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Es ist zweilfelsohne ein interessantes Experiment, wenn man sich nach über 30 Jahren noch einmal einem Buch widmet, das man als junger Erwachsener erstmals gelesen hatte.
Zwei Dinge will ich vor vornherein zugegeben: Ich war einst bekennender Hermann-Hesse-Leser, doch das Glasperlenspiel hat sich mir seinerzeit nicht erschlossen. Nun habe ich es als Hörbuch erstanden.
Wenn ich heute Hermann Hesse höre oder lese, so komme ich zu einem (vielleicht nicht) überraschenden Urteil: Hermann Hesse gehört meines Erachtens zu den am meisten überschätzten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.
Bei Hesse geht es fast immer um Suche, Initiation und (höherer) Aufgehobenheit. Das "Glasperlenspiel" sollte offenbar die Kumulation seines Denkens und damit Höhepunkt seines Gesamtwerks werden. Zusammenhänge mit Goethe sind gegeben, wenn auch m. E. weniger mit Wilhelm Meister, sondern vielmehr mit dem "Westöstlichen Divan".
Mit dem Augen bzw. Ohren eines ...
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