Als wir träumten
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Bindung: Broschiert
EAN: 9783596173051
Ausgabe: 2., Aufl.
ISBN: 3596173051
Label: Fischer (Tb.), Frankfurt
Hersteller: Fischer (Tb.), Frankfurt
Anzahl Seiten: 528
Erscheinungsdatum: Juli 19, 2007
Herausgeber: Fischer (Tb.), Frankfurt
Studio: Fischer (Tb.), Frankfurt
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Durchschnittliche Bewertung:

Bewertung:

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Bei seinem Erscheinen ist Clemens Meyers "Als wir träumten" in einem Atemzug mit den Werken von Welsh und Regener verglichen worden, den Durchbruch auf den Buchmarkt hat es aber dennoch nicht geschafft. Gut, dies allein lässt keine Bewertung zu, werden doch oft auch mittelmäßige Romane mithilfe von ein wenig Promotion und guten Besprechungen zu Bestsellern. In diesem Fall kann ich die Nichtbeachtung von Meyers Werk allerdings durchaus nachvollziehen.
Selten hab ich mich so sehr durch ein Buch gequält, wurde meine grundsätzliche Einstellung ein Buch immer zu Ende zu lesen, so auf die Probe gestellt. Auch erhielten meine Hoffnungen, es könnte vielleicht noch besser werden, nach jedem neuen Kapitel einen weiteren Dämpfer. Dabei fängt Als wir träumten" interessant an.
Die bildgewaltige, echte Sprache macht dem Leser den Zugang leicht und die toll ausgearbeiteten Figuren tragen ihr übrigens dazu bei. Doch die Schilderung des tristen Alltags der Jungen vermag ...
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»Als wir träumten« handelt von den Verlierern am Rand der Gesellschaft: Asoziale, Säufer, Drogenabhängige, Neonazis, Hooligans, Punks, Hinterhofboxer, Schläger, Autoklauer, Ladendiebe, Nutten, Knastis und perverse Polizisten sind nur einige der skurrilen Gestalten, mit denen sich Meyers literarisches Alter ego, Daniel, und dessen Clique sich herumschlagen müssen. Sie schlagen ihre Zeit mit Alkohol, Zigaretten, Drogen und krummen Dingern tot, verbauen ihre Zukunft, und schwanken dabei zwischen dem Gefühl von Unbesiegbarkeit, Melancholie und Fatalismus.
Die Handlung spielt im Osten Leipzigs in den Zeiten vor, nach und während der Wende. Die Kapitel sind dabei nicht chronologisch angeordnet. Stattdessen wird der Leser mit einem Mix von »short stories«, aus dem Leben Daniels und seiner Kumpanen, konfrontiert. Wiederkehrende Motive und Handlungsgegenstände tauchen dabei immer wieder auf, verbinden sich miteinander, und sorgen so dafür, dass die fragmentarischen Einzelgeschichten ...
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Vor allem auf junge Menschen könnte dieses bewegende Werk abschreckend und aufklärend wirken. Aber auch vielen Eltern könnte es die Augen für die Probleme und Gefahren öffnen, mit denen ihre Kinder vor allem in Großstädten konfrontiert werden. Dieses Buch zeichnet Bilder, die man nicht nur sehen, sondern auch hören, riechen, schmecken und ertasten kann. Großartig!
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Um es gleich vorneweg zu sagen, schließe ich mich all den Lobeshymnen, die über dieses Buch geschrieben wurden, an.
Hochgelobte und mit Preisen dekorierte Bücher können mich manchmal abschrecken. Aber ebenso auch neugierig machen. Und ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, bevor Meyer auf der diesjährigen Buchmesse ausgezeichnet wurde. Vielleicht hätte ich diesen Roman nie gelesen.
Und was mir da entgangen wäre!
In der Wirkung auf mich gleicht es Brussigs Roman Wie es leuchtet. Da war ich auch hin und weg. Die Bilder, die beim Lesen entstanden, waren intensiv, alles wirkte authentisch. Und Clemens benutzt eine Sprache, die auf viele Schnörkel verzichtet. Diese hätten dem Roman auch nicht gut getan, sondern ihn verzerrt. Es gibt Passagen, die hat Meyer zu sehr ausgedehnt, da fordert er schon meine Geduld heraus. Aber ansonsten knappe, auf den Punkt formulierte Sätze. Es geht bei den Helden auch nicht anders. Wer hätte den Jungs, denen man so lieber nicht begegnen ...
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Das Thema: Dazu haben die anderen Rezensenten genug gesagt.
Der Stil: Wortgewaltig, da ist einer Meister seines Faches, so gut und so tief, dass es mir manchmal schon zuviel war!
Der Slang: Authentisch
Was bleibt: Nachdenklichkeit