Masse und Macht
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Bindung: Broschiert
EAN: 9783596265442
Ausgabe: 30., Aufl.
ISBN: 3596265444
Label: Fischer (Tb.), Frankfurt
Hersteller: Fischer (Tb.), Frankfurt
Anzahl Seiten: 554
Erscheinungsdatum: 2006-01
Herausgeber: Fischer (Tb.), Frankfurt
Studio: Fischer (Tb.), Frankfurt
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Wer eine denkerische Durchdringung des Themas erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch beginnt recht interessant, bleibt aber bald stecken. Es ist flüssig lesbar bis zum Schluss, erschien mir aber zunehmend fade.
Der innere Zusammenhang von Masse und Macht wird durchaus nicht klar, stattdessen werden wir mit immer neuen ethnologischen Exkursen beglückt, deren Notwendigkeit im Dunkeln bleibt. Die Denkhaltung ist durchweg belletristisch oder halb-philosophisch, wenn ein krudes System von "Befehlsstacheln" entworfen wird, aus dem etwa "das gute gewissen den Henkers" resultiert. Canetti will von allem etwas, aber nichts richtig. In diesem Genre haben sich andere, etwa Ortega y Gasset souveräner bewegt.
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Elias Canetti musste lange warten, bis seine dichterischen Werke Anerkennung fanden. Nicht besser erging es ihm mit seinem philosophischen Hauptwerk, einem behäbigen, zwischen Wissenschaftlichkeit und Literatur changierenden Erklärungsversuch für die beiden titelgebenden Phänomene. Darin verzichtet Canetti weitgehend auf wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit der Fachliteratur. Stattdessen schreibt er, was er denkt, gelesen und selbst erlebt hat. Was ist Masse? Worin liegt ihre Faszination? Unterliegt sie bestimmten Gesetzmäßigkeiten? Diese Fragen treiben ihn um. Der Nationalsozialismus bildet die Folie für Canettis Beobachtungen, dass der Mensch gern in der Masse aufgeht und dass Macht sich vor allem aus dem Triumph des Überlebenden über die Toten ergibt. Welche Rolle Massensymbole spielen und warum Befehle überhaupt befolgt werden, wird ebenfalls dargelegt. Doch die politische Landschaft im NS-Deutschland ist nur der aktuelle Hintergrund, Canetti forscht tiefer und zieht ...
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Wer - wie ich - meint, sich das Lesen eines Buches ersparen zu können, indem er diese CD während einer langen Autofahrt hört, wird enttäuscht.
Grund 1: Sachbücher mit hoher inhaltlicher Dichte lesen sich besser, weil man nur hier wichtige Stellen wiederholen kann.
Grund 2: Die CDs enthalten nur einen Bruchteil des Buches. Sie geben nur einen groben Überblick über dessen Inhalt.
Zudem ist es so wie bei vielen Autorenlesungen: Das Sprechen hätte man besser einem Profi überlassen. Zwar ist es mal ganz angenehm, den großen Canetti zu hören, ein Genuss ist es allerdings nicht. Man fragt sich doch wie ein Mensch mit dieser Stimme allerseits als "Womanizer" gesehen wurde.
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Für Freunde schöner Formulierungen ist dieses Werk sicherlich ein Klassiker. Einige Beispiele aus dem Buch sind zweifelsohne zeitlos und sehr eindrücklich. Unterschiedliche Blickwinkel und Aspekte regen zum Nachdenken über das Thema Macht an. Für Personen, die in möglichst wenig Sätzen viele Gedanken vermittelt bekommen wollen, wird dieses Buch jedoch eine Enttäuschung. Mir war das Buch zu langatmig.
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Elias Canetti ‚fasziniert' der Begriff Macht. Damit meine ich, er versucht ihn zu erklären und verdammt ihn gleichzeitig. Dieser Begriff ist sehr eng verknüpft mit dem Begriff ‚Masse', wie Canetti aufzeigt. Für Canetti ist es wichtig aufzuklären. Er tut dies in hemmungsloser Weise in diesem wichtigen Buch. Extrem wichtig erachtet er, dass Geheimnisse aufgedeckt werden, damit Macht nicht zum Spielzeug von Paranoikern wird, wie es schon der Fall war. Das Geheimnis ist der größte Faktor im ‚Spiel der Macht'. Es ist der ‚innerste Kern' der Macht, wie sich Canetti ausdrückt. Der Paranoiker ist durch seine Angst vor allen und allem besonders gefährdet diese Macht auszunutzen. Der Paranoiker ist vielleicht besonders empfänglich für ‚an ihm vollübte' Unfairness; besonders weil er eben kein ‚Rückrat' besitzt. Für ihn kippt die Stimmung, die ‚Weltordnung' immer wieder zwischen Gut nach Böse hin und her, bis er dieses ‚Spiel' erkennt und ...
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