Nomade auf vier Kontinenten. Auf den Spuren von Sir Richard Francis Burton
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783821847566
Ausgabe: 1
ISBN: 3821847565
Label: Eichborn
Hersteller: Eichborn
Anzahl Seiten: 350
Erscheinungsdatum: 2007-05
Herausgeber: Eichborn
Studio: Eichborn
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Produktbeschreibung:Aus der Amazon.de-Redaktion:Man muss sich nur die Strommasten wegdenken, so Ilija Trojanow. Dann erleben Reisende Indiens Hinterland großenteils genau so wie Sir Richard Francis Burton im 19. Jahrhundert. Autor Trojanow folgte den Spuren des sagenumwobenen Burton nach Indien sowie nach Mekka, Sansibar und zu den Mormonen in Utah. In
Der Weltensammler bereitet der deutsch-bulgarische Schriftsteller das Leben Burtons als Romanstoff auf. In
Nomade auf vier Kontinenten nähert sich Trojanow nun der Lebensgeschichte des leibhaftigen Burton. Ergebnis ist ein Porträt der anderen Art, in der Trojanow mühelos eine Brücke schlägt zwischen den Kontinenten, zwischen seinen Erlebnissen und den Abenteuern Burtons, zwischen der Kolonialzeit und unseren Tagen.
Trojanows gründliche Spurensuche reicht mehr als 150 Jahre zurück in eine Zeit, in der Kolonialisten Menschenschädel mit nach Europa brachten wie heutzutage Urlauber geschnitzte Souvenirs. Die Erlebniswelten von Burton und Trojanow -- im Buch übersichtlich jeweils grün bzw. schwarz gedruckt -- greifen eng ineinander. Zum Beispiel wenn Trojanow eine Autofahrt im 20. Jahrhundert gleichklingend beschreibt wie Burton eine Reise in der Sänfte im 19. Jahrhundert. Den Engländer erleben Leser als kühnen Abenteurer mit poetischer Ader, aber auch als hartherzigen Draufgänger. Und obgleich Burton konsequent seinen eigenen Weg geht, bleibt er Kind seiner Zeit -- etwa wenn er Neger als zurückgeblieben betrachtet.
Ilija Trojanow lässt in dieser großartigen Collage Episoden aus unterschiedlichen Epochen ineinander gleiten, ohne den Lesefluss im geringsten zu stören. Auch deshalb gehört dieses Buch völlig zu Recht zur Reihe Die Andere Bibliothek, in der der Eichborn-Verlag lesenswerte Werke präsentiert (besonders edel: die in Leinen gebundene Ausgabe im Schuber). Mögen der schillernden Spurensuche Trojanows viele Leser folgen, denn der Autor gehört zu den brillantesten hierzulande. --
Herwig Slezak
Durchschnittliche Bewertung:

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Für Burton- und Trojanowbegeisterte ganz knapp 4 Sterne.
Während der 'Weltensammler' (=WS) in seiner Perfektion jeder Kritik entzogen scheint, verwundern die geteilten Meinungen zum 'Nomaden' kaum. Die offizielle Kritik lobt i.d.R. mehr die üppige Ausstattung als den Inhalt des Buches. Auch die in meiner WS-Rezension genannte Studie Dr. Ruffs äußert sich dazu auffallend knapp und trägt manche Bedenken:
'Trojanows letztes Buch, Nomade auf vier Kontinenten, fällt allenfalls unter einen weiten Literaturbegriff, indem es Gattungen, Textsorten und Stile mischt, wobei indes die journalistischen überwiegen. Allerdings findet sich auch Experimentelles, indem z.B. häufig originale Satzteile Burtons mit solchen des Autors zu neuen Sätzen gefügt werden. So erweist sich einerseits, daß sich manche Verhältnisse zumal in Afrika seither kaum geändert haben, andererseits aber auch von hier, daß der Weltensammler eben kein historischer Roman ist. Manches aus den Vorarbeiten zum ...
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Das Buch ist ein echtes Füllhorn, eine bunte und spannend zusammengesetzte Mischung aus Originaltexten von Richard Burton und Reiseerlebnissen von Ilija Trojanow, noch dazu großartig gestaltet. Ich glaube übrigens nicht, dass Trojanow nur Geld machen will, indem er "Der Weltensammler" als Vehikel nutzt. Ich war kürzlich auf einer Lesung, bei der er ein bisschen über die Entstehungsgeschichte erzählte. Offensichtlich sollten Der Weltensammler und Nomade auf vier Kontinenten ursprünglich mal gleichzeitig erscheinen. Trojanow hatte Hans Magnus Enzensberger von seinem Romanprojekt über Richard Francis Burton erzählt und dass er dafür nach Indien ziehen und nach Ostafrika etc. reisen würde. Da die Gegenwart in einem historischen Roman naturgemäß wenig Platz hat, schlug Enzensberger vor, Trojanow solle seine Recherche, seine Eindrücke und Erlebnisse in einen Reportageband fassen. So ist der Nomade auf vier Kontinenten dann wohl auch in die Andere Bibliothek gekommen. Übrigens kann ...
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Sieben Jahre lang, so behauptet es wenigstens der Verlag, war Ilija Trojanow auf den Spuren vob Sir Richard Francis Burton (1821-1890) unterwegs. Herausgekommen ist im vergangenen Jahr ein Roman und - nun endlich auch - die packende Schilderung der Reise Trojanows durch Indien, Arabien, Afrika und (am Rande) Nordamerika.
Das Ganze beginnt reichlich märchenhaft-skurril in einem Antiquariat im indischen Gebirgsort Shimla, wo Trojanow die Erstausgabe der Burtonschen Übersetzung von Tausendundeiner Nacht zu einem horrenden Preis erwirbt. Verbunden mit der Hoffnung auf weitere Informationen zu Burton. Was folgt ist eine Schnitzeljagd, eine bunte, wirre, fantstische, mitreißende Abfolge von Begegnungen und Erlebnissen, immer wieder unterbrochen von Eindrücken Burtons, der ca. 150 Jahre zuvor dieselben Gegenden bereist hatte.
Trojanow gelingt es meisterlich, die Faszination, die von der Figur Burtons ausgeht, mit der Faszination der Reise zu verbinden. Herauskommt ein Reisebuch der ...
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Das aktuelle Buch von Trojanow schaffte es nicht, mich zu fesseln. Ich hatte nie Lust zu wissen, wie es weiter ging. Das liegt daran, dass eine wirkliche Handlung nicht existiert. "Nomade auf vier Kontinenten" schildert einige Erfahrungen des Autors, die dieser auf seiner Recherchereise über Richard Burton machte. Nicht mehr.
Eine Begebenheiten scheint anfangs spannend zu sein, verliert sich aber dann in allgemeinen, lehrhaften Ausführungen über Land und Leute. Diese ständigen Exkurse zu den unterschiedlichen Themen verhindern einen Erzählfluss.
Die unzähligen Fußnoten nerven gewaltig. Den Hörbuchverlag wohl auch, denn mit dem liegt der Autor im Clinch. Trojanow besteht auf der Übernahme der Fußnoten.
Zwischendrin findet der Leser Passagen, die als Zitate von Richard Burton zu verstehen sind.
Optisch nett anzusehen sind die verschiedenen Druckfarben der mit 34 Euro doch sehr teuren Ausgabe.
Es scheint, als wolle der Autor mit diesem Buch nur Geld machen, ...
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Nicht dass das Buch unlesbar oder Trojanow ein schlechter Autor wäre. Das Problem ist wohl eher, und es kommt bei diesem Text noch mehr zur Geltung als bei seinem letztjährigen (?) Burton-Roman, dass man sich mehr Burton erwartet hätte und weniger von den Eigenheiten und Eitelkeiten des vermeintlichen Biografen. Vermeintlich, weil Trojanow vermutlich mit ganz anderem Anspruch an die Sache heranging, nur: Meine Lust, dessen Reiseerinnerungen anstelle Burtons zu lesen, hält sich halt in engen Grenzen. Und tatsächlich tut auch das Layout alles, die mir viel wichtigeren Texte des großen Abenteurers und (Literatur)Entdeckers verschwinden zu lassen. Trotzdem: Einen derartigen Überblick und Einblick ins mannigfaltige Werk Burtons gabs auf deutsch noch nicht, weshalb ich - mit Vorbehalten - zufrieden bin.