Schöne Verhältnisse
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783832180126
Ausgabe: 3., Aufl.
ISBN: 3832180125
Label: Dumont Buchverlag
Hersteller: Dumont Buchverlag
Anzahl Seiten: 187
Erscheinungsdatum: 2007-03
Herausgeber: Dumont Buchverlag
Studio: Dumont Buchverlag
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Durchschnittliche Bewertung:

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Schöne Verhältnisse? Das hängt ganz vom Auge des Betrachters ab.
Die Verhältnisse, die dem Leser auf 186 Seiten präsentiert werden, halten länger, als das Lesen des Buches dauert. So klar und brilliant in der Sprache gibt es solche Bücher leider zu wenige.
Im Grunde genommen wird hier ein x-beliebiger Tag beschrieben, den 3 Pärchen, als solche werden sie dem Leser vorgestellt, auf ihre Weise ausfüllen. Sie treffen sich abends zum Diner bei Eleanor und David. Dem Autor gelingt es, seine Figuren glaubwürdig und vielschichtig zu zeichnen. Selbst Yvette, die Haushälterin, bekommt ihre Facetten. Vom kleinen Patrick, dem Sohn von Eleanor und David, ganz zu schweigen. Was kann ein fünfjähriger Junge schon erwarten, der bei einer ehelichen Vergewaltigung gezeugt wurde? Man möchte als Leser den Jungen an die Hand nehmen, mit ihm fortgehen, weit weg von seiner Mutter, die in ihrer Starre unfähig ist, sich selbst zu helfen, geschweige den ihrem Sohn. Und noch weiter weg ...
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Wer schon immer die englische "upper class" als dekadent betrachtet hat, wird hier voll bestätigt. Egozentriker bevölkern diesen Roman und es wäre kaum auszuhalten, wenn nicht Aubyn ein so hervorragender Beobachter dieser verabscheungswürdigen Gesellschaft wäre. Er schafft das mit einem kühlen und auf Distanz bedachten Erzählstil, der in feinsten Nuancen auch die fürchterlichsten Szenen um einen kleinen Jungen beschreibt. Der Leser kann nur mit Sprachlosigkeit und Entsetzen der Geschichte folgen und entwickelt je nach Temparament eine hilflose Wut auf die Erwachsenen. Aubyn ist ein Roman gelungen, der den Leser verstört und angeekelt zurück lässt und doch die Augen öffnet wie unsere Welt nun mal tickt - und das nicht nur in England.
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Sehr realitätsnahe und in vielen Punkten durchaus verallgemeinerungsfähige Beschreibung der englischen Gesellschaft vermittels einer "Upper upper class" Familie. Auch in der "upper,middle,lower - middleclass" kommt all dies vor.
(Vergl. "Naked" von Mike Leigh) Und ich behaupte, auch die deutsche Gesellschaft will diese Dinge nur nicht wahrhaben, lebt aber mit ihnen...
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Es sind in der Tat schöne Verhältnisse, die uns Edward St Aubyn da schildert, indem er uns einen beliebigen Tag im Leben der Familie Melrose und ihrer Freunde schildert.
Allen ist gemeinsam, dass sie zu den "oberen 10.000", dem traditionellen Establishment, gehören; sei es aufgrund eines viele hundert Jahre alten Namens oder eines mehr oder weniger alten Vermögens. Das ist aber auch schon alles, was sie miteinander verbindet, als sie an einem sonnigen Tag im Feriendomizil der Melroses in Südfrankreich eintreffen.
Unter einer dünnen Oberfläche aus geistreichen, brillanten Zynismen und einer von literarischen Bonmots durchsetzten Unterhaltung, die für eine gelungene Pointe jede Freindschaft verrät, liegt ein wahrer Abgrund an seelischer, emotionaler und körperlicher Grausamkeit.
Und obwohl jeder diesen Abgrund empfindet und darunter leidet ist die verbindende Kraft der gesellschaftlichen Konvention so stark, dass keinem der Ausbruch gelingt ...
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Leider kann ich mich den positiven Kritiken nicht anschließen, ich finde diese Buch furchtbar öde geschrieben und außerdem liest es sich auch irgendwie genauso, langweilig und fade. Schade da ich mir hiervon echt mehr erhofft hatte...