Der Jakubijan-Bau. Roman aus Ägypten
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783857873812
Ausgabe: 1
ISBN: 3857873817
Label: Lenos
Hersteller: Lenos
Anzahl Seiten: 384
Erscheinungsdatum: Februar 01, 2007
Herausgeber: Lenos
Studio: Lenos
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Die Dramaturgie des Buches, die verschiedenen menschlichen "Dramen", das Anreißen einer Geschichte, die dann nach einigen Kapiteln ihre Fortsetzung findet, gefällt mir. Einerseits. Tatsächlich konnte ich nicht aufhören zu lesen, bis zur letzten Seite.
Der Autor hat die verschiedenen Mentalitäten und menschlichen Schwächen gekonnt aufgegriffen. Klischees? Vielleicht. Aber auch Realität.
Andererseits fehlt mir "Literatur" in diesem Buch, das Gefühl eines "Lesegenusses", einer unverkennbaren "Sprache" des Autors. Deshalb nur 4 Sterne.
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Mitten im Zentrum von Kairo, in Wust al-Balad, steht der berühmte Jakubijân-Bau. Er ist ein Werk europäischer Architekten aus der Zeit vor der Revolution. Damals sprach die Elite noch Französisch, Kirchen, Moscheen und Bars lebten in friedlicher Koexistenz. Im Jakubijân-Bau hat der mit der Revolution von 1952 teilenteignete Grundbesitzer Saki Bey sein Büro mitsamt Liebesnest, ein schwuler Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau, und viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Zuoberst in den so genannten Eisenkammern leben die Armen, die Leute ohne Schuhe und ohne Chancen.
Zu den letzteren gehört Taha, der Sohn des Hausportiers. Er schliesst seine Schule mit Bestnoten ab und bewirbt sich an der Polizeischule. Bei der Aufnahmeprüfung weiss er auf alle Fragen die richtige Antwort, doch die letzte Frage nach dem Beruf seines Vaters entscheidet: Söhne von Türstehern und Bewohner der Eisenkammern haben unbesehen ihrer Fähigkeiten ...
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Aus einem kritischen Blickwinkel betrachtet, hat der "Jakubijan-Bau" Züge einer Seifenoper, wendet sich der Roman doch in hohem Maße Themen zu, die man unter der Überschrift "sex and crime" zusammenfassen könnte. Und doch ist er mehr als eine Seifenoper, denn hinter dem äußeren Geschehen verbirgt sich ein Gesellschaftsporträt, das in der Nachfolge von Nagib Machfus` Kairo-Trilogie oder der "Midaq-Gasse" steht. Mit schonungsloser Direktheit deckt Alaa Al-Aswani gesellschaftliche Mechanismen und Strukturen im heutigen Ägypten auf, verabreicht dem Leser ein Hochkonzentrat aus Begierden, Abhängigkeiten, Bestechungsmanövern, unsauberen Geschäften, religiöser Radikalisierung, Folter und mehr. Kristallisationspunkt sind der mehrstöckige Jakubijan-Bau und seine Bewohner. Deren einzelne Schicksale, die in wechselnden Abschnitten temporeich, aber nicht gehetzt erzählt werden, bleiben teils nebeneinander stehen, teils verweben sie sich miteinander.
Dem im Nachwort zitierten Urteil ...
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"Der Jakubijan}- Bau" ist ein Gebäude in Kairo das man dort heute noch sehen kann, wenn man durch dieses ex-europäische Viertel fährt. Ein Luxusbau aus dem letztem Jahrhundert, der für die Reichsten gedacht war. Mittlerweile, nach zahlreichen Umbauten, wohnen dort Arm und Reich nebeneinander. Dieser Bau, der auch in der Revolution eine Geschichte hatte, repräsentiert sozial gesehen einen Querschnitt von der Bourgeoisie, über die Beamten hinunter bis zu den unteren Schichten.
Diese literarische Vorlage, dass der Autor ein Haus nimmt, um zu erzählen, ist natürlich eine dankbare Vorlage. Es gibt dem Autor die Möglichkeit allerlei Figuren einzuführen und von denen zu erzählen, weil die in dem Haus irgendwann tatsächlich einmal untergekommen sind. Das ist auch der Grund warum er am Anfang die wichtigsten Personen in einer Art Visitenkarte vorstellt. Alle Figuren laufen mit einem Etikett auf der Brust herum, der Gute, der Böse, der Schwule, der Reiche, der Arme, der ...
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Der Roman ist in der arabischen Welt der mit Abstand meistverkaufte der vergangenen Jahre. Es wird die wechselvolle Geschichte des titelgebenden, zehstöckigen Gebäudes und seiner Bewohner erzählt. Arm und Reich wohnen nebeneinander. Das vielköpfige Personal des Romans ergibt ein Panoptikum, das die ägyptische Gesellschaft abbildet. Die von Aswani beschriebende Gesellschaft ist bis zum Zerreissen gespannt. Überall herrscht Korruption. Aswani greift mitten hinein in einen Pfuhl der Sünde, der Verzweiflung, der Berechnung und vergisst dabei nicht den Blick auf die Möglichkeiten. Ob arm, ob reich, ob rechtschaffen oder verlogen: alle Charaktere folgen ihren Überzeugungen und sind wahre Kämpfernaturen. Der Jakubijân-Bau stellt die Realität Ägyptens so nackt dar, wie sie ist. Sie wird nicht hinter Klischees und Moralvorstellungen versteckt und presst kein Charakter in ein Schema von Gut und Böse. Aswani besticht mit einer detailgetreuen Beobachtungsgabe und hat einen ausgeprägten Sinn ...
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