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Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit

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Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783866121126
Ausgabe: 1
ISBN: 3866121121
Label: Pendo
Hersteller: Pendo
Anzahl Seiten: 300
Erscheinungsdatum: 2007-03
Herausgeber: Pendo
Studio: Pendo




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Produktbeschreibung:

Aus der Amazon.de-Redaktion:
Ganz am Ende, im Nachwort, bricht die Erbitterung hervor. Nein, sie hatte nicht vor, ein Abrechnungsbuch mit der DDR zu schreiben. Wäre da nur nicht diese grassierende Verklärung in Form „ultimativer Ostalgie-Shows“, putzige Trabi und Ampelmännchen-Geschichten, die die Köpfe langsam vernebele. Die DDR als spießig heimeliges Spreewaldgurken-Idyll, voll armer, aber fröhlicher Hausgemeinschaften. Selbst die NVA, eine filmische Lachnummer. Die ewigen Fluchtgeschichten haben die Leute inzwischen satt. Dies muss schmerzen. Denn es war genau ihre Geschichte. Eine gescheiterte Flucht. Das sich anschließende Martyrium hat in Eva-Maria Neumann ein anderes Bild ihrer einstigen Heimat eingebrannt. Die „Republikflüchtige“ hat einige der schlimmsten Orte von innen kennengelernt.

„Machense mah denn Gofferraum off!“ -- Das Buch eröffnet mit dem schlimmsten aller Sätze. Kläffende Suchhunde. Waffenstarrende Grenzpolizisten. Der Albtraum war Realität geworden. Eine stundenlange, nervenaufreibende Fahrt, zusammengepfercht mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter im Kofferraum des Schleuserautos, hatte im Februar 1977 ihr bitteres Ende gefunden. „Ich bin der Otto“. Das Codewort, das der Schleuser nicht kannte, hätte ein Alarmsignal für die Neumanns sein müssen. Viel später erfuhren sie, dass ihre von langer Hand geplante Flucht durch Verrat aufgeflogen war. Die Familie wurde auseinandergerissen, was folgte, war eine Odyssee wechselnder Haftanstalten, endloser Verhöre, Einzelhaft mit Lichtfolter und unverhohlener Drohungen. Schließlich wurde Eva-Maria Neumann zu drei, ihr Mann Rudolf zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nun begann der wirkliche Albtraum!

Quälend ausführlich und in eindringlichem Ton schildert die Geigenlehrerin die grauenvoll entseelte Welt des berüchtigten DDR-Frauengefängnisses Hoheneck (Motto: Lieber zehn Mörderinnen als eine Politische!). Gepeinigt von Schuldgefühlen gegenüber ihrer kleinen Tochter und in ständiger Sorge um ihren Mann, erkrankte Eva-Maria Neumann an schwerem Gelenkrheuma und musste am Ende um ihre Karriere als Geigerin fürchten. Nach eineinhalb Jahren hatte die Marter ein Ende: Die BRD kaufte das Ehepaar frei, sechs Monate später durfte die kleine Tochter ausreisen. Seit 1982 unterrichtet die Autorin an der Städtischen Musikschule Aachen. Das Trauma ist geblieben. Bleibt zu hoffen, dass dank dieser erschüttenden Anklage das DDR-Unrechtssystem nicht so schnell in Vergessenheit gerät oder der Verharmlosung anheimfällt. Eva-Maria Neumann hat dem Terror wieder ein Gesicht gegeben. Ein hässliches! -Ravi Unger



Kunden-Rezensionen
Durchschnittliche Bewertung:  out of 5 stars

Bewertung: 5 out of 5 stars - Das wahre Gesicht des real existierenden Sozialismus
Beklemmend, authentisch und packend wird der Lebensweg von Eva-Maria Neumann beschrieben. Hat man dieses Buch einmal in die Hand genommen, so lässt es einen nicht mehr los. Wenn man die Zeit dazu hat, aber auch so findet man die Zeit um dieses Buch in einem Ritt durchzulesen. Auch nach der Lektüre des Buches lässt es einen nicht mehr los. Gerade wenn man, auch wie ich, in den Fängen der Stasi und der Willkür des DDR-Regimes ausgesetzt war, kann man das Geschriebene gut nachvollziehen und weiß, dass nichts übertrieben dargestellt wurde. Ich habe zum Glück, nie die Schreckensherrschaft des 3 Reiches erlebt und ich weiß, dieser Vergleich hinkt, aber das Regime der DDR ist auch über Leichen gegangen. Ich möchte der Autorin für den Mut zum schreiben dieses Buches danken und wünschte mir, dass diese Buch zur Lektüre aller Menschen in Ost und West wird. Es ist aktueller denn je, denn gerade in unserer heutigen Zeit, wo durch mehrere Umbenennungen der SED, diese wieder salonfähig ... weiter



Bewertung: 5 out of 5 stars - Ein unglaubliches Buch!
Eva-Maria Neumann, Geigerin aus Leipzig, versucht im Februar 1977 im Alter von 26 Jahren zusammen mit ihrem Mann und ihrer damals 3jährigen Tochter im Kofferraum eines Mercedes aus der DDR zu fliehen. Die Flucht scheitert jedoch und sie und ihr Mann kommen zunächst nach in den Stasiknast nach Hohenschönhausen. Ihre Tochter kommt zunächst in ein Kinderheim und kurz darauf glücklicherweise zu den Eltern von Eva-Maria Neumann. Das Strafmaß wird für sie auf 3 Jahre und für ihren Mann auf 3 1/2 Jahre festgesetzt; sie wird während ihrer Haftzeit erst nach Leipzig (ihre Heimatstadt), sodann nach Hoheneck verbracht, während Rudolf Neumann die meiste Zeit in Cottbus absitzen muss.
Eva-Maria Neumann muss während ihres Gefängnisaufenthaltes Zwangsarbeit leisten, obwohl sie zwischenzeitlich an Gelenkrheuma erkrankt ist, ihre Finger kaum noch bewegen kann und eigentlich haftunfähig ist (was natürlich verschwiegen und geleugnet wird).
Im September 1978 werden beide von der ... weiter



Bewertung: 4 out of 5 stars - Gute Beschreibung einer gescheiterten Flucht
In ihrem Buch beschreibt die Autorin ihr Leben und ihre Gründe, die sie, gemeinsam mit ihrem Mann dazu veranlassen, in den späten 70ger Jahren die DDR mittels einer Fluchthelferorganisation verlassen zu wollen. Leider werden sie geschnappt und geraten dadurch in die Mühlen der Stasi und DDR Justiz.
Für die junge Frau beginnt ein Martyrium, welches sie mit ihrer Gesundheit und Psyche bezahlen muss. Es endet erst mit dem Freikauf durch die Bundesrepublik und die Ausreise ihrer Tochter, welche während der Hftzeit der eltern bei den Großeltern aufwuchs.

Eine gelungene Aufarbeitung ohne Glorifizierung der Vergangenheit und gegen das Vergessen.



Bewertung: 5 out of 5 stars - Das sollte für Ost und WEST zur Pflichlektüre werden
Endlich mal ein Buch was sehr realistisch das Leben und die Schulbildung in der DDR darstellt.Es wäre gut wenn dieses Buch auch viele mitmenschen aus den alten Bundesländern lesen um vieleicht von den Klischee von uns OSSIS runterzukomen.
Es war ein Vergnügen es zu Lesen



Bewertung: 5 out of 5 stars - Lebendiges Geschichtsdokument
Dieses Buch war wirklich ein Glücksgriff !
Als ehemalige DDR-Bürger, 1984 mit Ausreiseantrag ausgereist, standen auch wir mit einem Bein im Gefängnis. Wir haben Ängste ausgestanden, ob die DDR-Behörden uns unsere damals 5-jährige Tochter wegnehmen würden. Nun wissen wir, was uns hätte passieren können !
Das Buch der Autorin Eva-Maria Neumann ging uns sehr unter die Haut. Beswundernswert fanden wir, wie sie einerseits ihre Trauer, Wut und Verzweiflung schildert, andererseits aber zeigt, daß sie ihren Humor nicht verloren hat.
Wir finden das Buch sehr empfehlenswert, zumal wir aus eigener Erfahrung wissen, daß es nicht nur ein "Tal der Ahnungslosen" gab...




 

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