Die schöne Diva von Saint-Jacques. SZ Krimibibliothek Band 10
Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783866152342
Ausgabe: 1
ISBN: 3866152345
Label: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Hersteller: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Erscheinungsdatum: März 18, 2006
Herausgeber: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Studio: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
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In einem ihrer ersten Bücher gelingt Fred Vargas eine sehr anschauliche Beschreibung des Milieus, die in ihrer Dichte und ihrer szenenartigen Abfolge auch ein Theaterstück sein könnte.
Die drei Evangelisten Lucien, Marc und Matthias - so genannt von Marcs Patenonkel, ein Expolizist, welcher ebenfalls einzieht - ziehen in eine Baracke ein und renovieren diese, nur um von ihrer besorgten Nachbarin, die bald darauf verschwindet, gebeten zu werden, eine Buche zu untersuchen, die rätselhafterweise in ihrem Garten gepflanzt wurde.
Die drei äußerst skurrilen Evangelisten, die alle auf verschiedene Epochen spezialisierte Historiker sind (was zu einigen witzigen Wortspielen und Sottisen führt), erforschen den Baum ergebnislos und gehen dann dem Verschwinden der Nachbarin nach, deren Vergangenheit als ruhmreiche Sängerin eine immer größere Rolle spielt. Die Suche fördert immer mehr Leichen und Spuren in die Vergangenheit zutage und endet einem rasanten, überraschenden ...
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Wenn eine Schriftstellerin drei Historiker und einen ehemaligen Kommissar zu einer Wohngemeinschaft zusammenwürfelt, ist damit der Boden für einen Krimi geschaffen, den manche den Touch-Vargas nennen. Vor allem wenn alle vier ein gemeinsames Hobby besitzen: das Herumschnüffeln in andrer Leuts Angelegenheiten, das Aufdecken von Geheimnissen. Wer wäre da als Zielobjekt geeigneter als eine schöne Nachbarin, die darüber hinaus auch eine Opernsängerin ist und einen Baum im Garten entdeckt, den sie nicht zu pflanzen veranlaßt hat. Mit ihrem Verschwinden setzt das kriminalistische Spiel ein, das nicht wie in anderen Vargas Romanen vollends überzeugt. Es steckt viel Lokalkolorit in dieser Geschichte und man läßt gerne nach Paris entführen,, aber in ihrer Verschrobenheit wirkt die Wohngemeinschaft allzu konstruiert und auch der Fall an sich besitzt wenig von dem Raffinesse der späteren Romane.
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Dies ist VARGAs zweiter Kriminalroman. Ich habe ihn als Dritten von ihr gelesen. VARGAS ist hier - wie in ihrem ersten Kriminalroman - noch dabei, ihre "Krimiwelt", für die sie bekannt geworden ist, zu finden. Allerdings kann man dieses Buch als Start der "VARGAs-Welt" sehen; es spielt - im Unterschied zu IM SCHATTEN DES PALAZZO FARNESE - bereits in Paris. Und genau wie ihr erster Krimi ist auch dieser bereits von herausragender Qualität und mit den "VARGAs-Attributen" gespickt.
DIE STORY:
3 befreundete Geschichtsstudenten beziehen gemeinsam mit dem Onkel von einem von ihnen in Paris ein heruntergekommenes Haus. Visavis wohnt eine ehemalige Opernsängerin mit ihrem Mann. Als eines Morgens in ihrem Garten ein Baum steht, der zuvor dort noch nicht stand, bittet die "Diva" die "Evangelisten", wie die Studenten wegen ihrer Vornamen genannt werden, am Baum zu graben, um zu sehen, ob darunter etwas versteckt ist ... ohne Erfolg; es wird nichts gefunden. Kurz darauf verschwindet ...
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Der erste Kriminalroman den ich nicht zu Ende gelesen habe, bis zur Mitte durchgequält und dann genervt weggelegt, auch wenn das Ende vielleicht noch so interessant hätte werden können. Auf fast jeder Seite kommt das Sch... Wort vor, was nicht unbedingt von sprachlicher Eleganz zeugt, selbst wenn das französische "merde" sich vielleicht besser anhört. Die Protagonisten werden namentlich ständig als Evangelisten (Markus, Lukas, Mathäus) betitelt, was ja ganz amüsant ist, aber nicht, wenn sich der Gag ständig wiederholt. Der Humor ist dabei nicht mal mehr trocken, sondern einfach fade. In dem Buch kommt keine Atmosphäre auf, öde Alltagsdialoge reihen sich aneinander, sprachlich unausgefeilt und langweilig. Die durchaus kauzigen Charaktere der Hauptdarsteller und deren geheimnsvolle Umgebung (ein altes Haus, leider ständig "Bruchbude" genannt) gehen in dieser Profanität unter. Frau Vargas hat schon bessere und vor allem sprachlich ausgefeiltere Krimis geschrieben!
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Liegt es an der Übersetzung, daß das Buch mehr nervt, als Spaß macht? Wenn kaum eine Seite ohne mindestens einmal das Wörtchen Sch.... auskommt, verliert man bald die Lust am Lesen. Es gibt weitaus besseres von Fred Vargas.