Eine Liebe Swanns. SZ-Bibliothek Band 39
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Bindung: Gebundene Ausgabe
EAN: 9783937793467
Ausgabe: 1
ISBN: 3937793461
Label: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Hersteller: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Anzahl Seiten: 269
Erscheinungsdatum: Dezember 11, 2004
Herausgeber: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Erscheinungsdatum: Dezember 11, 2004
Studio: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
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Durchschnittliche Bewertung:

Bewertung:

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Nach etwas mehr als 100 Seiten gebe ich mich geschlagen. Selten habe ich so einen langweiligen Kram gelesen. Dies ist ja nur ein Teil des Hauptwerks "auf der Suche nach der verlorenen Zeit" und ich dachte, es hilft mir beim Einstieg in dieses so hochgelobte Werk. Aber es hat mir lediglich dabei geholfe mich schrecklich zu langweilen. Ich wollte es dann in der Bahn zwangsweise lesen und merkte, wie ich mich plötzlich mit allem beschäftigte, nur nicht mit dem Text. Weder Swann noch seine geliebte Odette konnten in mir auch nur ein kleines Fünkchen Interesse wecken. Elendes Geschwafel und seitenlanges Gejammer.
Nein, das war nichts für mich und ich beschließe hiermit, was nur sehr selten vorkommt, mich nicht weiter damit zu quälen und stelle es weg. Proust kommt mir nicht mehr ins Haus.
Dabei fand ich nicht mal seine Arzt zu schreiben besonders schwer, es ging einfach um den Inhalt, langweilig und aussagslos.
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Vorneweg möchte ich erwähnen, dass ich mich bisher für die unterschiedlichsten Gattungen der Literatur von Klassik bis Moderne begeistern konnte und Bücher eigentlich nie aus der Hand lege und beurteile, bevor ich sie vollständig bis zum Ende gelesen habe. Ich habe auch kein spannendes Buch erwartet.
Bei diesem Buch habe ich es trotz vielfacher Bemühungen nicht geschafft, es bis zum Ende Satz für Satz zu lesen und den Inhalt zu behalten. Nach einem Drittel habe ich nur noch quer gelesen, was bei dem Schreibstil von Marcel Proust auch nicht leicht ist. Er schreibt endlos lange und verschachtelte Sätze, wie z.B. diesen:
"Diese Bedingung aber ist erfüllt, wenn - in dem Augenblick, da diese Person uns fehlt - in uns an Stelle des Trachtens nach den Vergnügungen, die ihr Umgang uns bot, ein qualvolles Bedürfnis entsteht, dessen Objekt sie selbst ist, ein absurdes Bedürfnis, dessen Erfüllung die Gesetze dieser Welt unmöglich und dessen Heilung sie schwierig machen: ...
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Bitte lesen Sie die folgenden zwei nicht zusammenhängenden Sätze:
Von allen Arten der Erzeugung von Liebe, von allen Wirkkräften zur Verbreitung der heiligen Krankheit ist sicher dieser gewaltige Erregungssturm, der uns manchmal erfaßt, eine der zuverlässigsten. Dann fällt das Los unweigerlich auf die Person, mit der wir im Augenblick gerade gern zusammen sind; sie ist es, die wir lieben werden. Es ist dabei gar nicht nötig, daß unsere Neigung für sie plötzlich ausschließlich wurde. Diese Bedingung aber ist erfüllt, wenn - in dem Augenblick, da diese Person uns fehlt - in uns an Stelle des Trachtens nach den Vergnügungen, die ihr Umgang uns bot, ein qualvolles Bedürfnis entsteht, dessen Objekt sie selbst ist, ein absurdes Bedürfnis, dessen Erfüllung die Gesetze dieser Welt unmöglich und dessen Heilung sie schwierig machen: das unsinnige und schmerzliche Bedürfnis, sie zu besitzen."
Sie hatte in ihrer Jugend gelernt, den langen, sich unendlich emporwindenden ...
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Proust ist ganz klar erste Klasse.
Der Roman hat mich sehr beeindruckt.
Langsam wird die Geschichte des Charles Swanns erzählt, der sich in Odette verliebt,als ihm aufällt, dass sie einer Figur in einem Fresko von Botticelli gleicht.
Proust geht wirklich bis ins letzte Detail in der Analyse von Emotionen und Verhaltensweisen.
Neben dem doch interessant konstruiertem handlungsstrang, ist diese "Liebe zum Detail" das definierende für diesen Roman.
Dieser Roman geht auf jedenfall in die Tiefe.
Meinem Geschmack hat er entsprochen und er ähnelt Oscar Wilde's Bildnis des Dorian Grey, da auch dieser Roman in der blüte Zeit des Fin de siècle spielt.
(zudem ist eine interessante Fragestellung,bei der der Leser sein Geschick zur Psychoanalyse auf die Probe stellen kann, warum Swann , genau wie Dorian Grey und die Schauspielerin, Odette verfällt nur weil sie dem Gemälde Botticellis gleicht.
Beim Konstruieren dieser Situation hat Proust sofort gezeigt ...
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Um den gesamten Zyklus zu lesen, würde man wohl ein gutes halbes Jahr benötigen.
Proust ` eigener Bruder spottete einst: „ Das Dumme ist, dass man entweder todkrank oder
sich ein Bein gebrochen haben muss, um die notwendige Zeit zum Lesen zu haben.“
Soviel Zeit braucht man für die „eine Liebe Swanns“ nicht, zumal schon nach wenigen Seiten feststeht, dass sich diese Liebe nicht lohnt.
Dennoch ist Proust ein Meister der psychologischen Beobachtung und der Schilderung von Gefühlen.
Ihm gelang ein sehr guter Gesellschaftsroman, mit dem er eine meisterhafte Darstellung der damaligen Zeit liefert.
Der Leser durchlebt mit Swann alle Phasen seiner umfassenden Liebe. Seine erwachende Liebe, die brennende Leidenschaft und seine verzehrende Eifersucht, als er erkennt, dass das Objekt seiner Begierde auch anderen Bekanntschaften recht aufgeschlossen gegenüber steht.
Bis er schließlich am Ende des Romans, nach ...
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