Das Extremkletter Ehepaar Robl (inzwischen aus dem Allgäu nach Mittenwald umgezogen) war vor wenigen Wochen mit einer Expedition des DAV am Cho Oyu (8201m) erfolgreich.
Gipfelerfolg war am 09.05.04 um 11.00Uhr: Matthias und Alexandra Robl, Sebastian, Willi und Dieter
Dabei sollte die "Göttin des Türkis" - so nennen die Einheimischen wegen der dort vorkommenden Edelsteine den Berg - von einer neunköpfigen Gruppe des Deutschen Alpenvereins bezwungen werden. Matthias Robl war Expeditionsleiter. Von Kathmandu in Nepal ging es zunächst per Bus nach Nyalam, Tingri, Basislager und TichyCamp (ABC) auf 5700m Höhe.
Von dort aus kämpfte sich die Gruppe über drei Zwischenlager auf den 8201 Meter hohen Gipfel. Das bis zu 20 Kilogramm schwere Material und die Verpflegung musste jeder selbst tragen. "Als Sauerstoff war nur eine Flasche für den Notfall dabei", erklärt der 34-jährige Robl, seine Philosophie, ohne künstlichen Sauerstoff zu klettern. "Entweder wir schaffen es ohne oder wir kehren um."
Danach gab es erstmal schlechtes Wetter, sehr starker Wind und die Gruppe verlohr ein Höhenzelt im Lager eins. Am 06.05.04 geht's Richtung Gipfel. Alexandra, Dieter, Sebastian, Willi, und Matthias starten ins Lager II auf 7000m, am nächsten Tag ins Lager III auf 7350m. Um 02.00Uhr geht der Wecker und der Gipfeltag beginnt. Genau um 11.00Uhr erreichen die fünf Bergsteiger glücklich und gesund den Gipfel des Cho Oyu 8201m. Der Everestgipfel und viele andere Traumgipfel stehen in der Ferne. 15 Minuten und sie steigen zurück ins Lager II, gleich am nächsten Morgen geht's ins ABC, wo alle ein echtes Festessen bekommen. Am 16.05.04 endet die Expedition.
Vor zwei Jahren war der Mittenwalder Robl bei seinem ersten Alleingang über die Nordflanke 300 Meter unterhalb des Gipfels wegen eines Wettersturzes gescheitert. Auch der zweite Versuch schlug nun fehl. Diesmal lag es nicht am Wetter, sondern an der Bürokratie. Die spielte nicht mit, so Robl: "Die einheimische Agentur hat trotz Bezahlung die erforderliche Genehmigung von dem chinesischen Offizier für Lizenzvergaben nicht erhalten." Jetzt hofft er auf Rückzahlung und steckt sich andere Ziele: Den Everest werde er wohl aus den Augen verlieren. Doch halb so schlimm, denn "im nächsten Jahr gehe ich nach Pakistan, auch dort gibt es schöne Achttausender."
Robl: "Bei unserer Rettungsaktion auf 7300m möchte ich mich bei Bernd Müller, beim Österreichischen Team und bei allen Sherpas vom DAV- Summit-Club, Amical und Neuseelaender Team bedanken, ohne deren Hilfe es nicht möglich gewesen wäre, den Verletzten vom Berg zu bringen."
Matthias Robl wird von Salewa, Lowa, Alpina, Leki, PowerBar und vom DAV Summit Club unterstützt.
Text Matthias Robl & Edwin Haas, alle Bilder (c) Matthias Robl 21.07.04