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586 KM ENDLOSIGKEIT
Die bayrische Expedition mit dem Namen “Horizonte 2004“ erreichte ihr Ziel und durchquerte in 33 Tagen das Grönländische Inlandeis. Expeditionsleiter Hayo Wolfram, Günther Hanisch, Hubert Domscheit und Florian Geiger durchquerten die größte Insel der Welt von Kangerlussuaq
im Westen hinüber nach Isortoq an der Ostküste. Insgesamt legten sie 586 Kilometer zu Fuß auf Skiern zu zurück. Einziger Wermutstropfen:
Hubert Domscheit musste sich am zehnten Tag wegen einer
Zahnentzündung vom Eis ausfliegen lassen. Mittlerweile sind alle Vier wohlbehalten zurück in der Heimat und genießen die sommerlichen Temperaturen.
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Den Traum von der Grönland-Durchquerung trugen die vier Freunde aus Oberbayern lange mit sich herum. Hayo Wolfram, 33, und Günther Hanisch, 32, waren schon zuvor auf Grönland und hatten sich in die Arktis verliebt. Sie begeisterten dann ihre Freunde Flo Geiger und Hubert Domscheit, beide 32, für die gemeinsame Expedition ins ewige Eis. Erfahrungen und Know-How der Teilnehmer ergänzten sich ideal. Während Hayo Wolfram unterwegs für diverse Publikationen fotografierte, hielt der Kameramann Günther Hanisch die Ereignisse fürs Fernsehen auf Film fest. Flo Geiger war Navigator und erfasste die Wetterdaten, Hubert war für Ernährung und Koordination zuständig. Nach einer intensiven Vorbereitung brachen die Vier Mitte Juni auf.
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Startpunkt der eigentlichen Expedition war Kangerlussuaq am Ende eines Fjords an der Westküste. Der ehemalige amerikanische Militärstützpunkt ist heute der wichtigste Flughafen von Grönland. Per Truck ging es noch ein paar Kilometer bis zur Eiskante. Ab dort war das Team auf sich allein gestellt: 586 schwierige Kilometer voller Gefahren lagen vor ihnen. Jeder zog rund 120 kg Gepäck in seinen Pulkas (Zugschlitten) hinter sich her. Nach sechs mühsamen Aufstiegstagen im Labyrinth riesiger Gletscherspalten erreichte das Team das Innere der riesigen Eiskappe. Günther Hanisch brach dabei zwei mal ein, zum Glück ohne Folgen. |
Nach einer Woche auf dem Eis litt Hubert Domscheit unter zunehmend schlimmeren Zahnschmerzen. Die Expedition saß drei Tage fest (Schneesturm) und hofften in der “ Zwangspause“, dass die Schmerzen nachlassen. Als dies nicht der Fall war, wurde der Hubschrauber nach dem zweiten Tag gerufen, der auf Grund von schlechtem Wetter erst am folgenden Tag kommen konnte. Frustriert musste sich Hubert ausfliegen lassen. Auch Florian Geiger kam nicht ungeschoren davon: “Mit Magen-Darmgrippe und jeder Menge Blasen an den Füßen zwölf Stunden durch ein Gewirr von Gletscherspalten gehen – das kostete mich unglaublich viel Kraft.“ Aber es ging weiter. Hayo Wolfram erzählt: “Jeder von uns hatte seine Tiefpunkte. Aber die Anderen bauten ihn wieder auf, und so haben wir es dann geschafft. Ich bin froh, dass bei uns die Chemie im Team so gut passte.“
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Meistens durften sich die Abenteurer über gutes Wetter freuen: Sonnenschein und nicht zu viel Wind. Die Schneeverhältnisse waren abwechslungsreich. Günther Hanisch: “Die Grönländer kennen über 40 verschiedene Namen für die unterschiedlichen Schneearten. Ich glaube, die meisten davon haben wir kennen gelernt. Dazu gehörte auch weicher Sulzschnee bei warmem Wetter und freiem Oberkörper.“ Wenn der Wind stimmte, setzte das Team so genannte Kites ein: Mit bis zu Tempo 50 zogen die überdimensionierten Lenkdrachen die Expeditionsteilnehmer über die eisige Endlosigkeit.
Nach 33 Tagen und fast 600 Kilometern erreichte die verbliebene Dreiermannschaft am 13. Juli 2004 um 01.00 Uhr die grönländische Ostküste nahe der Ortschaft Isortoq. “Das war schon ein irres Gefühl, plötzlich am Meer zu stehen“, sagt Günther Hanisch. Nach 7,5-stündiger Bootsfahrt durch Eisschollen und mit langen Umwegen auf Grund zugefrorener Teilstrecken kamen sie dann endlich in Tassilaq an.
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Zurück in der Sommerhitze Mitteleuropas erzählen die Abenteurern begeistert von der Schönheit Grönlands, von der unglaublich klaren Luft, der völligen Stille an den Tagen ohne Wind und der endlosen Weite unter dem blauem Himmel.
Mehr zur Expedition gibt es auf der Website www.Horizonte2004.de. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von Outdoor-Ausrüstungsherstellern BERGHAUS und PRIMUS.
Lesen Sie hier ein Interview mit Günther Hanisch und Flo Geiger
Text und Photos: BERGHAUS und www.Horizonte2004.de
E.H. 3.8.2004
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