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| Transport per Eselgespann |
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| Queerung Schneefeld |
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Marokko mehr als nur ein Märchen aus 1001 Nacht
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Wir befürchten Schlimmstes und es bewahrheitet sich. Die Mulis der Marokkaner sind trotz des stolzen Gewichts, das sie tragen müssen, relativ schnell und wir müssen nicht lange auf eine Konfrontation warten. Unglücklich ist, dass diese genau an der engsten Stelle des Weges geschieht, wo auch noch Wasser von dem wir nicht erkennen können, woher es kommt -, in erstaunlich großen Mengen ins Tal fließt. Ohne Rücksicht auf Verluste treiben die Führer ihre Mulis an uns vorbei und uns bleibt nichts anderes übrig, als erst mal klein bei zu geben und mit nassen Schuhen immer wieder mobil telefonierende Reiter passieren zu lassen. Doch es hätte uns auch erstaunt, wäre dieser Ritt nicht schnell beendet gewesen. Nach knapp 400 Höhenmetern steigen die Marokkaner in Si Chamarouch (2.310m) ab. Der Ort hat sich anscheinend darauf spezialisiert, diese Art von Touristen zu empfangen und darum ziehen wir schnell weiter.
Der Weg ist gut befestigt und wir haben nun die Ruhe, die Gegend genauer in Anschein zu nehmen. Wir schlängeln uns durch eine recht karge, steinige Landschaft. Mulis, von denen wir nicht ausmachen können, ob sie wild lebend sind, oder von ihren Führern nur bis zum nächsten Transport hier abgestellt wurden, weiden in spärlich mit Gras bedeckten Wiesenflecken. Doch zu unserem Erstaunen wird es, je höher wir kommen, immer grüner. Kurz vor der Nelterhütte auf 3.207 Metern betreten wir sogar moosiges und schlammiges Terrain. Hier lag wohl vor nicht allzu langer Zeit noch Schnee. Für unsere Zelte finden wir noch einen trockenen Platz und wir sind überrascht, wie kalt es hier im Mai schon am frühen Abend wird. Wir holen sogar Mützen und Handschuhe aus unseren Rucksäcken und freuen uns auf das Essen, das wir auf der spartanisch eingerichteten, aber warmen Hütte bekommen. Die Frage nach Spaghetti stellen wir eigentlich nur aus Jux und wir staunen nicht schlecht, als der Sohn des Hüttenwirts uns wirklich eine vorzügliche Pasta serviert.
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| Auf dem Gipfel |
Die Nacht wird noch kälter. Wer keinen Daunenschlafsack hat, friert erbärmlich und am nächsten Morgen sind die Wasserpfützen rund um den Zeltplatz gefroren. Jetzt sind wir auch nicht mehr verwundert, dass Freunde vor ein paar Jahren hier noch zur gleichen Zeit auf Skitour unterwegs waren. Niemand ist böse, sich schnell in Bewegung zu setzen und auf den letzten knapp 1.000 Höhenmetern den Weg zum Gipfel zu suchen.
Das ist zunächst nicht ganz einfach. Die steilen Geröllfelder zeichnen den Pfad nicht deutlich ab und wir irren im Zickzack durch die Steine. Doch dann kommen wir in flacheres Gelände und sehen schnell, wohin es geht. Im Wechsel führt uns unser Weg nun durch Schneefelder, die die Sonne sehr schwer und nass macht, und kleines Geröll, auf dem wir immer wieder ausrutschen. Doch wie so oft lässt auch bei dieser Tour das Gipfelerlebnis die Anstrengungen und Mühen des Aufstiegs vergessen. Schon alleine das Gipfelkreuz, ein hohes buntes Gestänge, das an ein Indianerzelt erinnert, ist etwas Besonders. Natürlich können wir es nicht lassen, es zu besteigen. Von dort oben schweift der Blick auf eine imposante Kulisse. Mit dem Timesguida (4089) und dem Ras n’Ouanoukrim (4083) sehen wir auf zwei weitere 4000er und ganz entfernt blitzt sogar das Gelb des Saharasands.
Den Abstieg machen wir uns so leicht wie möglich. Die Schneefelder, die wir zuvor noch behäbig nach oben gestapft waren, dienen nun als rasante Rutschbahnen für den Hosenboden. Auf diese Weise sind wir so schnell an der Hütte, dass Martin vor Einbruch der Dunkelheit sogar noch einen Boulderstein suchen kann, an dem er seine verbleibenden Kräfte lässt. Und auch dieser Abend beschert uns wieder eine Hütten-Überraschung. Chloé hat Geburtstag und die Wirte zaubern eine Torte aus Kerzen, Oliven und Keksen.
Mit den wieder pünktlich bereit stehenden Mulis geht es am nächsten Morgen zurück ins Tal. Im Gegensatz zum Aufstieg ist der Weg jetzt sehr staubig. Wahrscheinlich hatte es vor ein paar Tagen noch geregnet und nun ist die letzte Feuchte aus dem Boden gewichen. Schnell sind wir in Staubwolken gehüllt, aber die Gespräche stört das nicht. Alle sind sich bewusst, dass eine Reise zu Ende geht, die bunter und abwechslungsreicher nicht hätte sein können. Und eben auch nicht überraschender. Matthias überlegt, als Bergführer in den nächsten Jahren eine Gruppe auf den Toubkal zu führen und auch Martin will der Bergschule, in der er in der Verwaltung arbeitet, diese Reise vorschlagen. Und Einstimmigkeit herrscht auch darüber, dass Marrakesch der Ausgangspunkt sein muss denn nur dann kann man ermessen, was Marokko alles zu bieten hat.
Vielen Dank dem Salewa alpinXtrem Team für den Reisebericht. Und wers noch nicht bemerkt hat, einige der Bilder der Tour werden sicherlich im Salewa Katalog 2006 wieder zu sehen sein...
Quelle:

Salewa alpinXtrem Team
25.07.2005 (Redaktion Edwin Haas)
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