|
Hans Kammerlander - Jasemba (7250m) Expedition 2005
Das Massiv ist ein Blickfang für jeden Bergsteiger. Ein Berg von formvollendeter Schönheit. Steil aufragend, freistehend, endlose, eisige Flanken nach allen Seiten hin und - nach Süden gerichtet - ein mächtiger Pfeiler, der geradewegs zum Himmel aufragt.
Der Name dieser geheimnisvollen Schönheit: Jasemba, 7350 Meter über dem Meeresspiegel. Lage: Nepal, Himalaya, Solo-Khumbu-Gebiet, Hauptgipfel des Nanpai Gosum Massivs, einem Ausläufer des 8153 Meter hohen Cho Oyu; die chinesisch-nepalische Grenze verläuft genau über den Gipfel des Jasemba. Als Hans Kammerlander den Berg im Mai 2004 im Rahmen einer Erkundungsreise zum ersten Mal in voller Pracht sah, war er sofort begeistert: "Das ist eine großartige Herausforderung!“.
Der Gipfel wurde wahrscheinlich von der chinesischen Nordseite her bereits einmal bestiegen, möglicherweise jedoch ohne entsprechende Genehmigung - vermutet die Himalaya-Expertin und Statistikerin Elizabeth Hawley aus Kathmandu. Die nepalische Regierung hat den Gipfel von der Südseite her erst 2003 zur Besteigung frei gegeben. Grund für das bis dato geltende Verbot war vor allem die direkte Nähe zur chinesischen Grenze.
Der kulturhistorische Hintergrund in der Gegend des Jasemba ist enorm. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Nangpa La. Dieser 5716 Meter hohe Pass ist ein uralter Übergang von Tibet nach Nepal. Er ist der höchstgelegene Handelsweg im Himalayagebirge und wird noch heute regelmäßig begangen.
Expeditionstagebuch von www.kammerlander.com:
| 19.05.05 |
|
Die Wettersituation am Jasemba hat sich leider nicht gebessert. Der Wind bläst weiterhin mit unverminderter Stärke. Es hat auch sehr viel Neuschnee gegeben und die Lawinengefahr hat sich 400 mt. unterhalb des Gipfels drastisch erhöht. Am Dienstag, 17.05. um 04.00 Uhr morgens waren Hans und seine Bergsteigerkollegen zum Gipfel aufgebrochen, mussten aber um 16.00 Uhr desselben Tages, nach 12-stündiger Schinderei, 400mt. unterhalb des Gipfels die Expedition, aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse und der extremen Lawinengefahr, abbrechen. Alois Brugger war bereits etwas vorher umgekehrt. Im Laufe der nächsten Woche werden alle 3 Bergsteiger nach Südtirol zurückkehren.
Die gute Nachricht am Rande: Karl Unterkircher ist gestern um 04.00 Uhr morgens Vater einer gesunden Tochter geworden. Der Name des neuen Erdenbürgers ist Mirjam. Herzlichen Glückwunsch. |
| 11.05.05 |
|
Hans Kammerlander und sein Expeditionsteam mussten wetterbedingt wieder auf 5.300 mt. absteigen. Weiter oben weht ein so starker Wind, dass auch keine Zelte aufgestellt werden können. Ansonsten sind alle wohl auf. Man wartet nun eine Wetterbesserung ab und wird dann den Aufstieg in Angriff nehmen. |
| 05.05.05 |
|
Hans Kammerlander und seine Bergsteigerkollegen haben nun das Lager I auf 6.300 mt. errichtet. Das Wetter ist im Moment recht wechselhaft, vor allem am Nachmittag schneit es meistens. Ansonsten sind alle wohlauf. |
| 28.04.05 |
|
Die kleine Expeditionsgruppe hat am 28.04. das Basislager am Fuße des Jasemba erreicht. Es liegt auf 5200m. Nach einigen Tagen der Akklimatisation werden die Bergsteiger in den nächsten Tagen ein erstes Hochlager errichten und den Berg erkunden. Das Wetter ist z. Zt. ziemlich wechselhaft.
Die Bergsteiger sind wohlauf und freuen sich auf die ersten Klettereien am Berg.
|
Expeditionsteam:
Expeditionsleiter: Hans Kammerlander
Bergsteiger: Alois Brugger, Karl Unterkircher
Kamera: Hartmann Seeber
Journalist / Fotograf: Fabiano Ventura
Quelle:
08.06.2005 (Redaktion E.H.)
|